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Buenos Aires

Nachdem ich heute Vormittag nach vier Tagen in Buenos Aires in Patagonien angekommen bin, möchte ich endlich meinen ersten Bericht abliefern, der aus technischen Gründen (und, zugegebenermaßen, auch aus Zeitmangel) nicht früher möglich war.

Ich habe also in den vergangenen vier Tagen die argentinische Hauptstadt ein wenig kennen (und durchaus auch schätzen) gelernt – sowohl zu Lande, als auch zu Wasser.

Die Stadt Buenos Aires

Mein erster Eindruck von Buenos Aires war kein guter: Bereits vom Flugzeug aus habe ich nur Häuser gesehen, die sich bis zum Horizont erstreckt haben. Auch auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel habe ich eher den Eindruck gewonnen, dass Buenos Aires in erster Linie aus schäbigen, heruntergekommenen Wohnhäusern besteht.

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La Boca

Auf den zweiten Blick ist mein Bild natürlich ein wenig differenzierter, weil ich auch die schönen Seiten von Buenos Aires kennen gelernt habe. Natürlich gibt es Viertel, die mir nicht so gut gefallen, so z.B. die Armenviertel San Telmo (wo die Häuser tatsächlich eher heruntergekommen wirken) oder La Boca (das zum reinen Touristen-Jahrmarkt verkommen ist, bzw. in dessen nicht-touristischen Teile man besser nicht geht). Zum anderen hat die Stadt aber durchaus auch schöne Architektur zu bieten  – wenn auch vielleicht weniger aus der spanischen Kolonialzeit, als vielmehr aus dem 19.  oder frühen 20. Jahrhundert. Außerdem gibt es schöne Parkanlagen, an denen wir entlang geradelt sind, und auch der Ehrenfriedhof Recoleta ist – trotz touristischen Andrangs und des etwas makaberen Schauplatzes – einen Besuch wert.

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Cementerio de Recoleta

Trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob ich in Buenos Aires wirklich wohnen wollte – dazu ist es doch zu groß. Davon zeugt bereits mein Blick aus dem Flugzeug, als auch folgendes Beispiel: Von der oben erwähnten Parkanlage führt eine neunspurige (!) Einbahnstraße (!) in Richtung Zentrum …

Dass trotzdem hier alles einigermaßen funktioniert, ist wohl der sprichwörtlichen südamerikanischen Gelassenheit zu verdanken, die ich auch schon kennen gelernt habe. Diese drückt sich nicht nur im Motto "Nur nicht hudeln!", sondern auch im Motto "Probieren wir es einmal, es wird schon funktionieren!" aus. Am besten illustriert dies wohl folgender Vorfall:

Argentinien hatte bisher, im Gegensatz zu den umgebenden Ländern (wie Chile oder Uruguay), keine Sommerzeit. Die neue Präsidentin des Landes, Cristina Fernández de Kirchner, die erst seit 10. Dezember im Amt ist, hat jedoch beschlossen, dass auch Argentinien die Sommerzeit einführen sollte, "um Energie zu sparen". Deswegen wurde in der Nacht von Samstag, dem 29. Dezember, auf Sonntag, den 30. Dezember, um Mitternacht die Uhr eine Stunde vorgestellt – und Argentinien hat ab sofort seine Sommerzeit! Nun stelle man stelle sich vor, dass bei uns solch eine Zeitumstellung mehr oder weniger von heute auf morgen beschlossen und eingeführt werden würde …

Es mag zwar auch in Argentinien zu gewissen Problemen führen – ich habe beispielsweise keine Ahnung, was das für Auswirkungen auf meinen (internationalen) Rückflug haben wird – aber irgendwie wird es schon klappen! Auch keine schlechte Einstellung …

Fluss und Flüsschen

Ich habe aber nicht nur die Stadt Buenos Aires, sondern auch das Umland erkundet. Am Samstag, den 29. Dezember, haben wir einen Ausflug nach Colonia del Sacramento in Uruguay gemacht. Diese Stadt liegt am anderen Ufer des Rio de la Plata, der an Buenos Aires grenzt. Deswegen hat die Fährüberfahrt auch nur knapp drei Stunden (!) gedauert. Der Rio de la Plata ist an dieser Stelle nämlich gut 50 Kilometer breit. Erst deutlich nach Buenos Aires (wo der Fluss noch breiter wird), kommt es zu einer Vermischung von Süß- und Salzwasser, weshalb die Bezeichnung "Fluss" auf der Strecke zwischen Buenos Aires und Colonia noch durchaus zutreffend ist.

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Stadtmauer von Colonia

Einmal abgesehen von der Tatsache, dass es natürlich sehr beeindruckend ist, auf solch einem Fluss unterwegs zu sein (und die schöne Waterfront von Buenos Aires zu sehen), war der Ausflug nach Colonia jedoch eher enttäuschend. Zum einen mussten wir uns bei der Ein- und Ausreise nach bzw. von Uruguay ziemlich lange anstellen, und zum anderen sind fast sechs Stunden Schifffahrt für ein Mittagessen, eine verfallene (Stierkampf-?)Arena, und die (zwar hübsche, aber in meinen Augen nicht so außergewöhnliche) Altstadt von Colonia ein wenig viel …

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Tigre-Delta

Deutlich besser hat mir da schon unser gestriger Ausflug gefallen, der uns ins Delta des Rio Paraná geführt hat. Dieses Delta ist ingesamt so groß wie die halbe Schweiz, und mündet (als einziges Flussdelta der Welt) in Süßwasser, nämlich den Rio de la Plata. Wir sind in den ersten Sektor des Deltas, das sogenannte Tigre-Delta (benannt nach dem dortigen Ort) auf einem öffentlichen Wassertaxi hineingefahren. Entlang des Ufers waren viele schmucke kleine (Wochenend-)Häuschen– jedes mit eigenem Bootssteg – zu sehen, umgeben von üppiger Vegetation. Tief im Delta drinnen waren wir dann Kanu fahren, in einer Lagune baden, im Hinterland wandern, und im Schatten der Bäume "Asado" (Gegrilltes) essen – ein wahrlich traumhafter Tag!

Hoffentlich geht es so weiter, denn bisher ist es ein echt toller Urlaub! Die ersten Blicke auf Patagonien (heute Vormittag vom Flugzeug aus) waren aber ohnehin schon einmal sehr vielversprechend …

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