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Gefangen im Taifun

Ich bin nun seit zwei Tagen in Taiwan – und habe schon das "Glück" in einen ausgewachsenen Taifun zu geraten: Der Taifun Jangmi befindet sich gerade im Westpazifik mit Kurs auf Taiwan. Es wird erwartet, dass er heute Abend (in etwa sechs Stunden) die Ostküste der Insel erreicht. Nachdem ich ursprünglich ab morgen die Insel (außerhalb der Hauptstadt Taipei) erkunden wollte, beginnend mit der Ostküste, heißt es jetzt für mich: umplanen!

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Taipei 101

Doch schön der Reihe nach, zuerst möchte ich von den vergangenen zwei Tagen hier in Taipei berichten:

Nach einer gut 24-stündigen Anreise (von Wien über London und Singapur nach Taipei) bin ich am Freitag, den 26. September 2008 zu Mittag in Taiwan angekommen. Unglaublicherweise hat es mein Gepäck auch geschafft, obwohl in Singapur zwischen dem Aufsetzen der Maschine aus London und dem Abheben der Maschine nach Taipei nur 56 Minuten vergangen sind.

Nachdem ich hier in Taipei einen Freund besuche, hatte ich auch sogleich einen Reiseführer und Dolmetscher, der den Einstieg in die fremde Kultur etwas erleichtert hat. Ansonsten wäre ich hier (ohne Chinesisch-Kenntnisse) wohl aufgeschmissen (ich bin schon gespannt, wie es mir auf meiner Rundreise alleine gehen wird).

So aber haben wir nicht nur die wichtigsten Sehenswürdigkeiten "abgeklappert", sondern mir wurde auch schon ein wenig die lokale Küche näher gebracht, wie z.B. Shabu-shabu (eine Art chinesisches Fondue, bei dem man Gemüse, Tofu, Fleisch, etc. in einem Suppentopf selbst zubereitet). Auf einem Nachtmarkt habe ich auch schon diverse Muscheln sehen bzw. Chou doufu (wörtlich: "stinkender Tofu") riechen können. Speziell bei letzterem hat mir allerdings der Geruch schon gereicht; näher möchte ich eigentlich gar nicht kommen.

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National Theatre & National Concert Hall

Aus touristischer Sicht waren (unter anderem) bereits

  • der Taipei 101 (das mit über 500 Metern Höhe höchste Gebäude der Welt), den wir allerdings nur von unten besichtigt haben,
  • die beiden monumentalen Gedenkstätten für den "Landesvater" Sun Yat Sen (den Begründer der chinesischen Republik) bzw. den langjährigen Präsidenten von Taiwan, Chiang Kai-shek, und
  • das Nationale Palast-Museum (das unzählige chinesische Kunstwerke beheimatet, die ursprünglich in der Verbotenen Stadt zu finden waren, jedoch im Jahre 1949 bei der Flucht vor den Kommunisten nach Taiwan gebracht wurden)

an der Reihe.

Am heutigen Tag wollte ich mir eigentlich im Konfuzius-Tempel die Feierlichkeiten anlässlich seines heutigen 2559. Geburtstages ansehen – aber als wir dort angekommen sind, war der Tempel geschlossen, und ein Zettel an der Tür hat (vermutlich) bekannt gegeben, dass die Zeremonie wegen des Taifuns um eine Woche verschoben wird.

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Baoan-Tempel

Am Rückweg vom Tempel habe ich mir gleich eine Bahnkarte für morgen gekauft – da war ich noch optimistischer, dass dieser Ausflug tatsächlich möglich sein wird. Allerdings hätte ich das Kaufen ohne die Hilfe meines Freundes wohl nicht so schnell geschafft – ich habe keine Ahnung, wohin die mich eigentlich schicken wollten. Auf jeden Fall bin jetzt stolzer Besitzer einer Fahrkarte nach Hualien – eine Küstenstadt nur wenige Kilometer von dem Ort entfernt, wo der Taifun in wenigen Stunden auf Land treffen soll. Mit jedem Blick aus dem Fenster werden meine Zweifel allerdings größer, diese Fahrkarte je benutzen zu können, denn der Taifun wird immer stärker.

Wie beschreibt man nun einen Taifun? Am besten denkt man an das stärkste Gewitter, dass man sich vorstellen kann – und stellt sich dann vor, wie die Regenintensität nochmals zunimmt. Fügt man dann noch einen unglaublich kräftigen Wind hinzu, der die Regenschwaden mal nach rechts, mal nach links, mal (scheinbar?) in beide Richtungen bläst, dann ist man einem Taifun schon sehr nahe. Vom Balkon der Wohnung schaut das dann ungefähr so aus:

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