Schulverweis der anderen Art

Der vergangene Freitag war in der Tat ein Freitag, der 13., für die Escuela de Español FUNDECI/GAIA: Zuerst ein Streik der Spanisch-Lehrer – und dann wurde (anscheinend nach langem Rechtsstreit) das Hauptgebäude der Schule samt dem umgebenden Grund per Gerichtsbeschluss einem neuen Besitzer zugesprochen, und wir mussten innerhalb weniger Stunden das Gebäude komplett (und ich meine wirklich komplett, d.h. inklusive Möbel) räumen.

Der Lehrerstreik hatte mit Konflikten über die Auszahlung des Gehaltes zu tun. Ich habe beide Seiten gehört, und kann nur sagen: Zumindest eine der beiden Seiten lügt.

Wie es zu dem Gerichtsbeschluss bezüglich der Eignerschaft gekommen ist, ist beinahe noch undurchsichtiger. Offensichtlich hat das Gelände jeweils zur Hälfte der Organisation, die auch die Spanischschule betreibt, sowie einer Privatperson (die nebenan wohnt) gehört. Am Freitag ist nun ein Richter vor Ort gewesen, und hat das Gelände samt Gebäude unserem Nachbarn zugesprochen. Somit bleibt von der Spanischschule nur noch wenig übrig: Die Küche und der Essplatz, sowie das angeschlossene kleine Gebäude mit drei Zimmern und insgesamt zehn Betten. Die letzte Nacht haben 12 Schüler und Volunteers sowie zwei Leute des Schulpersonals in ebendiesen zehn Betten verbracht; für nächste Woche wurde mittlerweile (nach einiger Ratlosigkeit, wie mir scheint) ein neues Gebäude am Kraterrand (anstelle am Ufer der Lagune) zum Übernachten in Aussicht gestellt. Die Schüler sollen dann täglich hin- und herkutschiert werden.

Allerdings ist die Schule – selbst wenn das alles klappt wie geplant – nicht mehr dieselbe: Das Schöne war nämlich das Sitzen am Sonnendeck, mit Blick auf die Lagune – und das Sonnendeck gehört nun (mitsamt dem Gebäude) jemand anderem! Darum habe ich mich nach langer Überlegung entschlossen, meine geplante dritte Sprachkurs-Woche abzusagen, und bereits diesen Sonntag mit dem Alleine-Herumreisen zu beginnen. Vielleicht ergibt sich unterwegs noch eine Gelegenheit für einige Spanisch-Stunden.

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