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Pilger für einen Tag

Um das Beste aus meinem Aufenthalt in Budva zu machen, habe ich heute die touristische Infrastruktur genutzt, und mich auf einen Ausflug ins Landesinnere, genauer gesagt in die alte Hauptstadt Cetinje und zu den Ostrog-Klöstern, begeben.

Unser erster Stopp war in der historischen Hauptstadt Montenegros, Cetinje. Unser Tourleiter hat uns als erstes ins dortige Kloster geführt. Nachdem er uns aber erklärt hat, wie wir uns dort zu verhalten haben und was uns erwartet, habe ich mich rasch entschieden, dass ich das Städtchen lieber auf eigene Faust unter die Lupe nehme: Wir sollten uns nämlich zuerst 20 bis 30 Minuten innerhalb der Klostermauern aufhalten, bevor wir ins Innere des Klosters vorgelassen werden sollten. Dort sollten wir dann die Attraktion des Klosters, nämlich die Hand von Johannes dem Täufer, sehen. Für diese "Begegnung" wurden wir genau instruiert, uns zuerst zwei Mal zu bekreuzigen (wobei uns die "katholische" Art der Bekreuzigung zugestanden wurde, die sich von der montenegrinisch-orthodoxen zu unterscheiden scheint), danach die Reliquie zu küssen, und danach (nach erneuter Bekreuzigung) den Raum wieder zu verlassen.

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Manastir Cetinjskog

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Crkva Rođena Bogorodice

Nach nur eineinhalb Stunden, die ich mit der Erklimmung eines kleinen Aussichtshügels und eines kurzen Bummels durch das Stadtzentrum verbracht habe, ist es schon wieder weitergegangen. Unser Hauptziel (zumindest für mich) waren nämlich die Ostrog-Klöster, von denen das oberste auf beeindruckende Weise in den Fels hinein gebaut worden ist. Dort bin ich dann schlussendlich auch zum Handkuss – oder, besser gesagt, zum Kreuz-Kuss – gekommen: Unmittelbar nach dem Eingang zum oberen Kloster hat sich eine lange Schlange gebildet, an deren Ende ich mich halt brav angestellt habe. Es sollte sich herausstellen, dass die Schlange in einen kleinen Felsenraum geführt hat, wo die Gebeine des Heiligen Vasilje, des Klostergründers, aufbewahrt werden. Kaum war ich in der Kammer, wurde mir vom dort anwesenden Mönch auch schon ein Kreuz an die Lippen gedrückt; aufs Küssen der Gebeine (bzw. der davor aufgestellten Ikone) habe ich dann aber trotzdem verzichtet. In die Einsiedlerhöhle des Heiligen Vasilje habe ich mich dann gar nicht mehr hineingetraut. Ich habe mich daher vielmehr der Faszination des außergewöhnlichen Bauorts hingegeben.

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