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Warschau im Fußballfieber?

Die unglaublich überhöhten Preise für ein Bett in einer Jugendherberge (bis zu vier Mal so teuer wie normal!) wegen der morgen startenden Fußball-Europameisterschaft haben mich davon abgehalten, eine Nacht in Warschau zu verbringen. So war ich nur von der Ankunft des Nachtzuges aus Wien (kurz nach 7.00 Uhr früh) bis zur Abfahrt meines Busses nach Bialowieża (kurz nach 14.00 Uhr) in der polnischen Hauptstadt unterwegs. Dabei habe ich festgestellt, dass anscheinend nicht nur ich von einem längeren Besuch abgehalten wurde.

Das hatte den überaus angenehmen Effekt, dass wenig Touristen und erst recht keine Fußballfans unterwegs waren. Bei letzteren war ich über deren Ausbleiben sogar richtiggehend verblüfft. Mir sind dafür nur zwei mögliche Erklärungen eingefallen:

  1. Die Warschauer nehmen das mit dem Fußballfieber wörtlich, und bleiben daher lieber daheim im Bett.
  2. Fußball ist eben doch keine Religion in Polen, und daher war der heutige (katholische) Feiertag (Fronleichnam) viel wichtiger als die Vorfreude auf die EM.

Für letzteres spricht insbesondere die Tatsche, dass Alt, aber auch Jung, zu Tausenden in die Warschauer Altstadt zur Fronleichnamsprozession gepilgert ist.

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Rynek Starego Miasta

Doch nicht nur die fehlenden Fußballfans haben mich glauben lassen, nicht erst am Tag vor dem Eröffnungsspiel durch die Straßen zu spazieren: Die rege Bautätigkeit lässt einen glauben, dass die EM erst in ein bis zwei Jahren stattfinden wird. Allein die gelegentlichen Fanartikel-Verkäufer und die riesige Fanzone vor dem protzigen, aus Sowjet-Zeiten stammenden Kulturpalast, bei der gerade eine polnische Rockband bei der Probe offensichtlich versucht hat, die umliegenden Gebäude zum Mitschwingen zu bringen, haben auf das bevorstehende Ereignis hingedeutet. (*)

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Barbakane

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Präsidentenpalast


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Altstadt

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Kultur- und Wissenschaftspalast

Von der Stadt Warschau selbst war ich übrigens nicht so begeistert – zum vierstündigen Herumspazieren (bzw. zum Frühstücken im Park) hat es gereicht (die restliche Zeit habe ich am Bahnhof abgesessen), aber ich war nicht böse, keine Nacht hier verbringen zu können.

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Ogród Saski

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(*) Paradoxerweise hat das Fernsehen am Abend dann eine volle Fanzone samt Konzertvorführung gezeigt. Vielleicht war ich einfach nur zu früh unterwegs?

2 Gedanken zu „Warschau im Fußballfieber?“

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