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Zisch, Blubber, Dampf, Stink (noch immer)!

Rotorua hat sich seit meinem letzten Besuch nicht viel verändert: noch immer sehr touristisch (vielleicht sogar noch ein paar Hotels mehr), es stinkt noch immer stellenweise nach faulen Eiern, und auch in der umliegenden Region zischt, blubbert und dampft es weiterhin munter vor sich hin.

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Birds Nest Terrace

Heute habe ich einige dieser vulkanischen Aspekte im Rahmen einer (Privat-)Tour unter die Lupe genommen. Der Fokus war dabei in erster Linie auf den Ereignissen rund um den Ausbruch des Mount Tarawera am 10. Juni 1886 und dessen Folgen. Begonnen habe ich mit einem Besuch des Waimangu Valley, das erst durch ebendiesen Vulkanausbruch geformt wurde. Durch die viele vulkanische Aktivität gibt es Sulphur- und Eisenoxid-Ablagerung, die die Steine gelb bzw. rötlich färben. Offensichtlich recht hitzebeständige Algen sorgen dann noch für einen grünen Touch.

Darüber hinaus dampft es aus zahlreichen Fumerolen heraus, und mancherorts ist der Felsen sogar handwarm. Sogar ein Mini-Geysir (rund 30 Zentimer hoch, siehe Foto rechts) hat mir die Ehre gegeben.

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Warbrick Terrace

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Lake Rotomahana

Am Ende des Spaziergangs durch das Tal kommt man zum Lake Rotomahana, der nach dem erwähnten Vulkanausbruch auf das 20-fache (!) seiner Größe angewachsen ist, und die (damals angeblich weltberühmten) White und Pink Terraces (natürliche Pools gefüllt mit warmen/heißen Wasser) unter Wasser gesetzt hat. Dort habe ich mir dann ein frühes Mittagessen gegönnt, bevor es (mit dem Shuttle-Bus) wieder zurück zum Taleingang gegangen ist.

Zu meiner Überraschung sind wir anschließend wieder nach Rotorua zurückgefahren – für eine eineinhalbstündige Mittagspause! So habe ich mich halt den örtlichen Gepflogenheiten angepasst, und es wie ein Hobbit gemacht: Ich bin nochmals Mittagessen gegangen.

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Green Lake

Am Nachmittag haben wir einen kurzen Abstecher zu Aussichtspunkten über Blue Lake, Green Lake und Lake Tarawera gemacht, bevor es weiter zum Buried Village gegangen ist. Dieses Maori-Dorf wurde beim Ausbruch im Jahre 1886 von einer ein bis zwei Meter dicken Schicht aus Schlamm zugedeckt (denn der Vulkan hat nicht Lava, sondern vielmehr Schlamm gespuckt).

Dementsprechend haben dort rund 150 Bewohner ihr Leben verloren – trotz der bösen Omen, die Maoris zuvor beobachtet haben: Es soll ein Waka (Kanu) voller Maori-Krieger mit Hundeköpfen gesichtet worden sein. Außerdem wurde am Vortag ein mehrmaliges, plötzliches Ansteigen und Absinken des Wasserspiegels des Lake Tarawera beobachtet. Wie es aber so ist, wurde dem Maori-Medizinmann, der das als Vorboten einer großen Zerstörung gedeutet hat, anscheinend nicht geglaubt – ihm aber im Nachhinein die Schuld am Vulkanausbruch gegeben!

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Lake Tarawera

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Buried Village

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Kalifornischer Küstenmammutbaum

Die letzte Station der Tour war dann der Whakarewarewa Forest, einem Wald aus – man höre und staune – Kalifornischen Küstenmammutbäumen. Diese wurden am Beginn des vergangenen Jahrhunderts zu Testzwecken für die Holzgewinnung gepflanzt. Kiefern haben sich jedoch als ertragreicher erwiesen; der Wald aus Mammutbäumen ist aber trotzdem erhalten geblieben. Nun dient er den Bewohnern von Rotorua als Naherholungsgebiet zum Spazierengehen, Radfahren und Reiten – und Touristen wie ich können über die abstruse Mischung aus hohen Mammutbäumen und neuseeländischen Baumfarnen staunen.

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