[Foto]

Die drei Vergangenheiten von San Cristóbal

San Cristóbal de las Casas, die erste Station meines Mexiko-Aufenthalts, ist für drei Aspekte ihrer Vergangenheit bekannt:

  1. Es ist eine Kolonialstadt.
  2. Im Umland leben auch heute noch viele Nachfahren der Maya.
  3. Es war in den 1990er-Jahren eine Hochburg der Zapatisten.

[Foto]

San Francisco

Das koloniale Erbe der Stadt ist wohl unübersehbar: zahlreiche Kirchen in leuchtenden Farben auf großen Plätzen. Die Häuser dazwischen sind niedrig und hübsch herausgeputzt – aber anscheinend nicht so zu Tode renoviert wie manch andere Orte. Es gibt durchaus Leben auf der Straße – allerdings nicht zu früh am Morgen, was man mit einem Westwärts-Jetlag natürlich besonders gut mitbekommt. Sobald aber die Sonne untergeht, wuselt es nur so in den Straßen nahe des Zentrums. Offensichtlich sind die Mexikaner also eher Langschläfer. Es kann daher schon mal vorkommen, dass man im Restaurant um 12:00 Uhr mittags (!) ungefragt die Frühstückskarte vorgelegt bekommt.

[Foto]

San Cristóbal (frühmorgens)

[Foto]

San Cristóbal (frühabends)

[Foto]

Templo de Guadelupe

Auch die indigene Bevölkerung ist schwer zu übersehen: Unzählige (typischerweise eher kleine) Frauen bieten in ihren bunten Kleidern verschiedenste Handwerkskunst (Tücher, Schals, Hemden, Gürtel, Puppen, etc. ) an. Dazwischen mischen sich paradoxerweise einige Hippies offensichtlich westlicher Abstammung, die ebenfalls zu Geld kommen wollen – meist mit musikalischen Darbietungen, manchmal von sehr zweifelhafter Qualität. Überraschenderweise sind die (mexikanischen) Touristen durchaus bereit, ihnen etwas Geld zukommen zu lassen.

Doch zurück zu den Maya-Nachfahren: Wie man vor allem in den umliegenden Dörfern zu sehen bekommt, haben trotz der Christianisierung die alten Maya- Bräuche noch ihre Bedeutung, was zu einer außergewöhnlichen, sehr interessanten Mischung von christlichen und Maya-Ritualen führt – doch das ist eine andere Geschichte.

[Foto]

"Wenn jemand glaubt, dass du ihm gehörst, dann ist zu rebellieren ein Recht"

Was mich sehr überrascht hat, ist wie sehr die Zapatista-Bewegung noch immer in der Stadt präsent ist – sei es durch Wandgemälde und -aufschriften, oder beispielsweise durch ein „Kulturzentrum“, das eine eindeutige politische Ausrichtung hat.

[Foto]

Zapatista-Wandmalerei

[Foto]

[Foto]

Wandmalerei

Wandgemälde spielen hier übrigens überhaupt eine wichtige Rolle. Wenn nicht die Zapatistas (oder deren politische Ideen) thematisiert werden, sind es oft die Mayas – manchmal allerdings in nicht unbedingt streng wissenschaftlicher oder gar in fast schon psychedelischer Richtung.

[Foto]

[Foto]

Wandmalerei

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.