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Segeln in der Karibik

Wenn ich schon auf einem karibischen Eiland gelandet bin, dann kann ich es auch so richtig stilvoll wieder verlassen: mit einer dreitägigen Segeltour entlang des weltweit zweitgrößten Korallenriffs, dem Belize Barrier Reef.

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Unser Segelboot

Nachdem wir (eine Gruppe von 21 Touristen gemeinsam mit vier Crewmitgliedern)

  1. mit einem Katamaran,
  2. innerhalb des Riffs und
  3. bei ausgezeichnetem Wetter

unterwegs waren, hat die Fahrt gottseidank auch keine Herausforderung an meinen nicht hochseetauglichen Magen gestellt. Leider war das Wetter teilweise dermaßen ruhig, dass wir nicht gemütlich dahinsegeln, sondern mit Motorunterstützung fahren mussten, um unseren Zeitplan einzuhalten. Am ersten Tag hätte der Wind zwar noch ausgereicht, aber da ist das Boot erst zeitig in der Früh von der letzten Tour mit einem Riss im Hauptsegel zurückgekommen, der erst am Abend geflickt werden konnte. Trotzdem waren es sehr entspannte drei Tage.

Wir haben jeden Tag einen oder mehrere Schnorchelstopps eingelegt. Am ersten Tag haben wir Goff’s Caye, ein winziges Eiland, besucht, wo das Schnorcheln anfangs zwar anstrengend war (weil wir gegen die Strömung ankämpfen mussten), danach dafür umso entspannter (weil wir uns von der Strömung über die schönen Korallen und bunten Fische haben treiben lassen können).

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Korallenriff bei Goff's Caye

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Rendevous Caye

Die erste Nacht haben wir dann auf Rendevous Caye verbracht, einem ähnlich kleinen, nur für uns reservierten Inselchen. Das Campen dort war ein besonderes Erlebnis, wobei es überraschend ist, wie laut eine Gruppe von rund zwei Dutzend Leuten mit einem Lautsprecher für Musik werden kann, wenn der Rumpunsch in Strömen fließt.

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Sonnenuntergang auf Rendevous Caye

Am nächsten Morgen haben wir auch das Riff rund um dieses Caye in Augenschein genommen. Es war zwar nicht ganz so beeindruckend wie bei Goff’s Caye, aber mit einer grünen Moräne gab es auch hier ein schönes Highlight. Der Schnorchelstopp unterwegs war aber doch interessanter, weil mit recht großer Artenvielfalt, darunter auch ein blau phosphoreszierender (Röhren-)Schwamm.

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Röhrenschwämme

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Unser erster Fang: ein Barracuda

Wie schon am ersten Tag haben wir vom Heck des Schiffes gefischt. Im Gegensatz zum Vortrag waren wir aber vier Mal erfolgreich (und das auch noch kurz hintereinander – offensichtlich waren wir in guten Fischgründen unterwegs). Angespornt davon habe ich für rund eine Viertelstunde auch mein Glück versucht (allerdings vergeblich), bevor wir an unserem Tagesziel, Tobacco Caye, angekommen sind.

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Filetieren eines Zackenbarsch

Bevor wir die gefangenen Fische dann zum Abendessen verzehrt haben (gemeinsam mit einem riesigen Zackenbarsch, dem wir schon am Vortag einem lokalen Fischer abgekauft haben), waren wir kurz vor Sonnenuntergang noch einmal schnorcheln. Diesmal war weniger das Riff selbst als die sich dort tummelnden Fische die Attraktion: Rochen. Gemeinsam mit einem Deutschen bin ich zufällig auf einen Stachelrochen gestoßen, der unter uns vorbei geschwommen ist. Wenig später haben wir noch einen Gefleckten Adlerrochen für kurze Zeit verfolgt, während er Flügel schlagend gleich durchs Wasser geglitten ist.

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Stachelrochen

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Gefleckter Adlerrochen

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Tobacco Caye

Der zweite Abend war dann nicht ganz so exzessiv wie der erste. Offensichtlich haben die meisten gemerkt, dass sich ein Kater nicht so gut mit einer (wenn auch ruhigen, aber dafür sehr sonnigen) Bootsfahrt verträgt. Außerdem hat sich die Abendaktivität ab ungefähr 20 Uhr zur Bar verlegt, wo für Getränke extra bezahlt werden musste. Das Tabacco Caye ist nämlich schon etwas größer und hat neben unserem Zeltplatz auch ein paar Herbergen, Hotels und eben auch eine Bar zu bieten.

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Sonnenaufgang auf Tobacco Caye

Dort gab es eine Vorführung von lokaler (Garifuna-)Musik, die einen sehr schnellen, für meine Ohren sehr ungewohnten Rhythmus hat. Beim ersten Lied durften wir noch zuhören, beim zweiten wurden wir zum Tanzen animiert (wobei ich mich noch erfolgreich gedrückt habe). Bedingt durch den schnellen Rhythmus waren die meisten danach schon zu erschöpft für weiteres tanzen; nur eine aus unserer Gruppe wollte einen kleinen einheimischen Knirps von vielleicht sieben Jahren überreden, ihr zu zeigen, wie man dazu richtig tanzt. Zuerst hat er sich sehr geziert, dann aber doch ein paar Takte mit ihr getanzt – bevor er alle Umstehenden paarweise an der Hand genommen und auf die Tanzfläche gezerrt hat (mich eingeschlossen). Danach hat er in unserer Mitte eine Show abgezogen, die sich sehen lassen konnte – unglaublich, mit welchem Tempo der seine Füße bewegen kann! Ich war vielleicht mit dem halben Tempo unterwegs und war danach ziemlich fertig (er aber auch).

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Am letzten Tag haben wir endlich ein wenig Zeit mit "echtem" Segeln (ohne Motor) verbracht, bevor wir die letzten beiden Schnorchelstopps eingelegt haben. Dabei habe ich gemerkt, wie man seine Erwartung mit der Zeit doch nach oben schraubt: Eigentlich sehr schöne Korallen waren schon nicht mehr so etwas Besonderes. Trotzdem habe ich noch ein paar schöne Eindrücke sammeln können, z.B. als plötzlich eine Familie von vier Oktopoden unter mir aufgetaucht ist und mich scheinbar genauso interessiert gemustert hat wie ich sie. Auch die fetten Seesterne bei unserem letzten Stopp waren schön (wenn auch in geringer Anzahl anzutreffen als unser Kapitän uns im Vorfeld hat glauben lassen).

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Seestern

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Oktopusse

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Delfine

Am späten Nachmittag des dritten Tages sind wir schließlich in Placencia, einem Küstenort im südlichen Teil des Barriereriffs, angekommen. Auf dem Weg dorthin wurden wir noch von einigen Delfinen begleitet.

Alles in allem war der Ausflug ein toller Einblick in die karibische Küste von Belize.

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