Belize für Dummies

Mein Aufenthalt in Belize ist zu Ende; Zeit für einen kleinen Rückblick abseits der Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten.

Grundsätzliches

  1. Belize ist teuer. Sehr teuer. Ich habe ja wohl mit 50,– bis 70,– Euro pro Tag gerechnet, aber das habe ich im (besonders teuren) Caye Caulker schon allein für ein Bett in der Jugendherberge und Essen ausgegeben.
  2. Es sind sehr viele Amerikaner hier auf Urlaub, was wohl eher an der geringen Sprachbarriere (siehe unten) und weniger an den Preisen (siehe oben) liegt.
  3. Es gibt hier einen Baum mit rötlicher, abblätternder Rinde, der im Volksmund "Tourist Tree" genannt wird.

Essen und Einkaufen

  1. Das Nationalgericht von Belize ist Reis mit Bohnen und Hühnchen. Damit ist auch schon alles über die belizianische Küche gesagt. (*)
  2. Die Supermärkte sind hier anscheinend fest in chinesischer Hand: Man kauft im Supermarkt Chan, in Chen’s Supermarkt, im Tai San Shop, im Yuan Xin Store, oder im Huang Mart ein.
  3. Dementsprechend gibt es hier auch viele chinesische Restaurants.
  4. Paradoxerweise haben diese manchmal nicht-chinesische Namen wie Rose’s Chinese Restaurant oder David’s Chinese Restaurant.

Straßenverkehr

  1. Was dem Mexikaner seine Warnblinkanlage, ist dem Belizer seine Hupe: Bei etwas gewagteren Manövern wird gehupt. Dann hofft man, dass sich der Gegenverkehr auf die selbe Art und Weise bemerkbar macht, oder (noch besser) gleich in Luft auflöst.
  2. Straßenschwellen gibt es auch in Belize genug. Ebenso wie in Mexiko sind sie kein Hindernis für einen Überholvorgang.
  3. Achteckige Schilder werden nicht nur als Stoppschild verwendet, sondern sie tragen manchmal auch andere Aufschriften – mitunter mit drastischen handschriftlichen Ergänzungen:

    SLOW – Keep Right or Die

  4. Nur weil man auf dem Hummingbird Highway unterwegs ist, darf man sich nicht gleich eine Autobahn erwarten. Vielmehr sollte man mit einspurigen Brücken rechnen.
  5. Das Konzept einer Rettungsgasse könnte man den Belizern wohl nie klar machen; sie schaffen es ja noch nicht einmal richtig im Stau zu stehen: Wenn es zu einem Verkehrsunfall kommt, der die Straße blockiert, stellt man sich nicht geduldig ans Ende der Schlange, sondern fährt einfach, wenn die Schlange zu lang wird, am Bankett nach vorne. Nachdem auch dort die Autos von der Polizei aufgehalten werden, ist das natürlich auch irgendwann mal voll – aber dann kann man ja noch immer weiter nach rechts (fast schon in die Vorgärten der angrenzenden Häuser) ausweichen. Ist diese Spur auch einmal voll, kann man ja noch immer auf der Gegenspur nach vorne fahren. Nachdem man auch dort von der Polizei gestoppt wird, stellt man sich halt auf das Bankett der Gegenseite. Ist auch das voll, rangiert man einfach so lange auf der Gegenspur hin und her, bis die Polizei die Unfallstelle wieder frei gibt. Dann treten nämlich alle aus den mittlerweile vier bis fünf Spuren gleichzeitig aufs Gas und wollen weiterfahren. Zum Glück wird dadurch das Bankett der Gegenseite wieder frei, sodass der Verkehr in die Gegenrichtung darüber abfließen, und sich dieser scheinbare Deadlock schließlich doch auflösen kann.

Bustransport

  1. Auch in Belize gibt es Direkt- und Lokalbusse.
  2. Nur weil es ein Direktbus ist, heißt das nicht, dass er direkt von Busterminal zu Busterminal fährt. In den abgelegeneren Regionen bleibt er trotzdem überall auf Handzeichen hin stehen.
  3. Trotzdem ist ein Direktbus über längere Strecken etwas angenehmer – auch wenn die Warnung unseres Bootskapitäns bei der Segeltour vielleicht etwas übertrieben war: Wenn ihr nicht wissen wollt, wo jeder in Belize wohnt, dann nehmt nicht den Lokalbus! Der bleibt praktisch bei jedem Haus stehen.
  4. Ganz egal ob Direkt- oder Lokalbus: Die Busse hier sind sogenannte "Chicken Busses", also alte amerikanische Schulbusse.
  5. Doch auch von Schulbus zu Schulbus gibt es Unterschiede: Während ich bei manchen doch tatsächlich meine Oberschenkel parallel zur Fahrtrichtung ausrichten kann, passe ich bei anderen beim besten Willen nicht hinein.
  6. Zur Unterhaltung der Fahrgäste wird in praktisch jedem Bus laut Musik gespielt.
  7. Manche Busse haben innen über der Windschutzscheibe auch LEDs, die im Takt der Musik blinken.
  8. Wofür das "Body Fluid Cleanup Kit" vorne in den meisten Bussen genau gedacht ist, möchte ich lieber nicht wissen.

Sprache

  1. Die Amtssprache in Belize ist Englisch.
  2. Vor allem an der Küste wird auch viel Creole gesprochen, dass manchmal wie Englisch klingt, oft aber auch komplett unverständlich ist.
  3. Ebenso wird Spanisch gesprochen (das wiederum mehr im Landesinneren).
  4. Manchmal werden aber auch zwei (oder mehr) dieser Sprachen abwechselnd verwendet – in ein und demselben Gespräch!
  5. Wenn man Englisch spricht, dann gilt (wieder vor allem an der Küste) offensichtlich die Devise: "Dis is da way ta talk, man!"
  6. Dementsprechend heißt eine TV-Gewinn-Show auch "Mek mi rich"

Wenn sich manches davon jetzt etwas überspitzt oder gar unglaubwürdig anhört, dann kann ich nur das inoffizielle Motto des Landes zitieren:

You better Belize it!


(*) An der Küste gibt es gottseidank aber auch genug Fisch und Meeresfrüchte.

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