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Die (angeblich) gefährlichste Wanderung der Welt

Eigentlich wäre heute die Besichtigung von Xi’an auf dem Tourprogramm gestanden, aber einer der Tourteilnehmer hat stattdessen einen Ausflug zum Hua Shan vorgeschlagen. Dabei war er mit seiner Werbung dafür so erfolgreich, dass sieben der neun Teilnehmer (darunter ich) den Tag am Berg statt in der Stadt verbracht haben.

Der Hua Shan steht schon jahrelang auf meiner Wunschliste, seit ich nämlich ein Video des dortigen Klippenpfades gesehen habe. Ich hätte nur nicht gedacht, dass sich das auf dieser Tour ausgehen wird, weil ich nicht auf die Idee gekommen wäre, einen ganzen Tourtag einfach zu spritzen. Daher war ich für die Initiative meines Reisekollegen sehr dankbar.

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Bahnhof Hua Shan

Der Ausflug war zwar mit einigem Aufwand verbunden, aber der hat sich, wie sich zeigen sollte, im Endeffekt gelohnt: Wir haben uns bereits um 6:15 Uhr in der Hotellobby getroffen, um mit dem Taxi zum Bahnhof zu fahren. Von dort sind wir (nachdem wir nach einigem Suchen tatsächlich den Ticketschalter gefunden hatten und daher auch Tickets kaufen konnten) um 7:20 Uhr mit dem Zug zum gleichnamigen Ort am Fuß des Berges gefahren, wo wir (einer Zugverspätung sei Dank) über zwei Stunden später angekommen sind. Dann ist es wieder mit dem Taxi weitergegangen, weil wir der Meinung waren, dass uns der Bus, der vor dem Bahnhof gewartet hat, nicht zur Seilbahn bringen würde, die wir als nächstes ansteuern wollten.

Allerdings hat auch die Taxifahrt nicht so geklappt wie gewünscht: Zuerst einmal haben wir es nicht geschafft, den Fahrpreis auch nur ein bisschen herunterzuhandeln – anscheinend gibt es da Absprachen zwischen den Taxifahrern. Während der Fahrt sind dann unsere beiden Taxis plötzlich von der Polizei gestoppt worden, woraufhin unser Fahrer sehr nervös geworden ist, schnell ein zuvor verdecktes Taxameter zum Vorschein gebracht und (an uns gerichtet) gemurmelt hat: Meter, meter, meter! Die Polizei hat uns dann aber (ohne offensichtliche Konsequenzen) weiterfahren lassen, und der Taxifahrer hat sich von diesem Zwischenfall auch nicht davon abbringen lassen zu versuchen, uns weiter übers Ohr zu hauen: Er hat uns nämlich zu einer schäbigen Bude gebracht und uns erklärt, dass wir dort die Eintrittskarten kaufen müssen. Darauf sind wir aber nicht hereingefallen, und so hat er uns schließlich ums Eck zum echten Ticketschalter kutschiert. Dort hat sich dann herausgestellt, dass wir gar nicht mit dem Taxi bis zur Seilbahn fahren können, sondern nochmals einen (natürlich kostenpflichtigen) Shuttlebus nehmen müssen. Aufgrund dieser ganzen Komplikationen sind wir erst um 11:15 Uhr an der Bergstation der Seilbahn angekommen – fünf Stunden nach unserer Abfahrt vom Hotel!

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Blick hinauf auf das Hua-Shan-Massiv

Die Ausblicke waren dafür aber schon bei der Shuttlebusfahrt ins Tal hinein zur Seilbahn sehr imposant, und oben am Berg natürlich nochmals umso beeindruckender. Leider waren wir nicht die einzigen, die diese tolle Aussicht genießen wollten, und so haben wir inmitten hunderter Chinesen unsere Wanderung in Angriff genommen.

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Nordgipfel

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Gebetsbänder am Hua Shan

Diese hat uns vom Nordgipfel des Hua-Shan-Massivs über unzählige Stufen der Berggrat entlang in Richtung der anderen vier Gipfel (Süd-, Ost-, West- und Zentralgipfel) geführt. An manchen Stellen ist dabei gar ein Einbahnsystem eingerichtet, um die Massen an Wanderern besser zu kanalisieren. Trotz der vielen Leute war die Wanderung wunderschön, aber durch die vielen Stufen schon auch recht anstrengend.

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Grüner-Drachen-Grat

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Hua Shan

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Glocke nahe dem Südgipfel

Nach knapp zwei Stunden sind wir schließlich beim Südgipfel angekommen, wo der eigentliche Höhepunkt der Wanderung auf uns gewartet hat: die Plank Road in the Sky. Dabei klettert man zuerst in einer Felsspalte über ein paar in den Fels gerammte Eisenstangen nach unten, bevor man über ein paar an der Felswand montierte Holzplatten direkt über dem Abgrund an der Seite des Berges entlang spaziert – gesichert mit einem Klettergeschirr. Nachdem der Weg eine Sackgasse ist, muss man denselben Weg wieder zurück – und dabei natürlich an den Wanderern vorbei, die in der Gegenrichtung unterwegs sind. Das klingt jetzt vielleicht furchteinflößend (und für einige war es das anfangs wohl auch), aber ich habe jede Sekunde dieses Erlebnisses in vollen Zügen genossen.

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Abstieg zur Plank Road


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Plank Road in the Sky


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