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Atome im Herzen Europas

An meinem zweiten freien Tag in Belgien habe ich Brüssel erkundet: die Altstadt, das Europaviertel und das Atomium.

Begonnen habe ich aus logistischen Gründen mit dem Atomium. Bei der Hinfahrt, als die U-Bahn kurz oberirdisch verlaufen ist, hätte mich einer meiner ersten Blicke auf Brüssel allerdings fast vermuten lassen, ich sei in Wien gelandet: ein türkischer Supermarkt neben einer Lidl-Filiale.

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Atomium

Das Atomium war dann aber doch sehr charakteristisch – und leider fast ein wenig enttäuschend. Zum einen wirkt es von unten gar nicht so groß, zum anderen ist der Blick von oben gar nicht so großartig – Brüssel ist halt doch nicht New York. Außerdem sind die Aussichtsfenster ziemlich klein, und man wird durch die oberste Kugel richtiggehend durchgeschleust: raus aus dem Aufzug, einmal rundherum, und schon landet man wieder in der Schlange fürs Hinunterfahren.

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Stiegenhaus im Atomium

Unten angekommen kann man dann aber noch einige der anderen Kugeln zu Fuß über (meist Roll-)Treppen erkunden. Das habe ich dann schon deutlich interessanter gefunden. Dank der Ausstellungen (einer Dauerausstellung über das Atomium selbst und einer wechselnden temporären Ausstellung – derzeit über die Sabena, die ehemalige staatliche belgische Fluglinie) ist der Besuch dann nämlich doch recht kurzweilig, und man bekommt ein bisschen einen Eindruck von dem außergewöhnlichen Gebäude.

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Sitz der Europäischen Kommission

Danach bin ich ins Europaviertel weitergefahren, wo ich das Glück hatte, dass der letzte EU-Gipfel bereits am Vortag zu Ende gegangen ist. Sonst hätte ich nämlich dort gar nicht aus der U-Bahn aussteigen können, wie ein einsames Schild noch verkündet hat. Viel mehr als dieses Schild war dort auch nicht los; gerade einmal ein paar Touristen haben sich auch zum Sitz der Europäischen Kommission und des Europäischen Rats verirrt.

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Europäisches Parlament

Beim Europäischen Parlament war ein bisschen mehr los – aber nicht viel. Allerdings war der Ort doch ziemlich symbolträchtig: Mir hat eine steife (und überraschend kühle) Brise ins Gesicht geblasen, wie auch die EU heutzutage vielerorts mit Gegenwind zu kämpfen hat. Die Beschilderung des Besucherzentrums wiederum war symptomatisch für die Kommunikationsprobleme der EU mit der Bevölkerung: Hätte mich die Neugier nicht dazu getrieben, den Pfeilen zum Parlamentarium zu folgen, hätte ich beinahe nicht erfahren, dass es sich dabei um ein interaktives Besucherzentrum handelt, in dem man sich im Rahmen einer ausgezeichnet gestalteten Audio-Tour über die Geschichte und Aufgaben der Europäischen Union informieren kann. (*)

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Königlicher Palast

Diese beiden Stationen haben dann doch einiges an Zeit in Anspruch genommen, sodass ich die Brüsseler Altstadt fast im Laufschritt erkunden musste. Ein wenig ist es mir dabei wie Donald Duck in dem Carl-Barks-Klassiker "Reisen auf die schnelle Tour" in Venedig gegangen – nur dass meine Fotos voller Touristen statt voller Tauben waren. Die Brüsseler Altstadt ist nämlich regelrecht überrannt von Touristen – was mir persönlich ein wenig unverständlich ist, denn Gent finde ich viel reizvoller. Aber als Wiener sollte man sich schon einmal die Vorlage für das Wiener Rathaus angesehen haben, und auch das Manneken Pis ist wohl Pflichtprogramm, wenn man in Belgien ist. Ich habe es auch zum weniger bekannten Jeanneke Pis, der weiblichen Variante, geschafft. Das Zinneke Pis, ein Hund, war mir dann aber zu abgelegen.

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Grand-Place


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Jeanneke Pis

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Manneken Pis


(*) Der Fairness halber muss ich aber dazusagen, dass ich den Platz von hinten betreten habe. Ganz vorne war dann doch eine entsprechende viersprachige Beschreibung des Parlamentariums als Besucherzentrum des Europäischen Parlaments zu finden (in Englisch, Französisch, Flämisch und Deutsch).

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