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Santorin – da muss man hin!

Nach zwölf Jahren Pause bin ich endlich wieder einmal in das Urlaubsland meiner Kindheit zurückkehrt: Griechenland. Gleich zu Beginn habe ich dabei eine Insel erkundet, die mir bisher nicht vertraut war: Santorin.

Zwar war ich nur drei Tage auf der Insel, und konnte so gerade einmal das touristische "Pflichtprogramm" erledigen – das habe ich dafür recht gründlich gemacht, finde ich.

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Caldera

Am ersten Tag habe ich die Wanderung entlang des Kraterrands vom Hauptort Fira bis nach Oia unternommen. Zwar war es anfangs recht bewölkt (und, nicht zuletzt durch den böigen Wind, auch eher frisch), aber trotzdem weiß die Wanderung zu überzeugen. Insbesondere das Ziel, Oia, mit seinen weißgetünchten Häusern, die sich an die Klippen schmiegen, ist fast schon übermäßig kitschig.

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Firostefani und Imerovigli


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Oia

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Caldera

Der zweite Tag hat zwar wieder bewölkt begonnen, hat sich dann aber freundlicher entwickelt – gerade recht für meine Bootsfahrt in der Caldera. Der erste Stopp (um nicht zu sagen: der erste Dauerlauf) war dabei auf Nea Kameni, der jüngsten Vulkaninsel in der Mitte der Caldera. Der Besuch dieser Insel zählt zu den Touristenattraktionen auf Santorin; dementsprechend voll war es dort. Es hätte ja schon gereicht, wenn die rund hundert Touristen von unserem Boot dort hinaufgestapft wären – aber wir waren das achte (!) Boot am Pier (wenn auch nicht alle so voll wie unseres).

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Nea Kameni

Darüber hinaus war die Zeit so knapp bemessen, dass nicht viel mehr Zeit war als fürs Hochwandern, einen Kurzvortrag zu "Vulkanismus in Santorin 101" und Zurückkehren zum Boot. (*) Viel zu sehen gab es aber, ehrlich gesagt, ohnehin nicht: halt viel vulkanisches Gestein, ein paar austretende Gase und kaum Vegetation – auf den ersten Blick vielleicht überraschend, weil der letzte Ausbruch im Jahr 1950 war, aber andererseits ist hier halt alles sehr trocken.

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Heiße Quellen

Die Fahrt ist dann zu ein paar heißen Quellen auf der Nachbarinsel weitergegangen. Dort angekommen, mussten wir zuerst ein Stück durchs (angeblich 20 Grad kalte) Meer schwimmen, um zu den rund fünf Grad wärmeren "heißen" Quellen zu gelangen. So gesehen war es vielleicht gut, dass uns die Crew zum Ins-Wasser-Springen motivieren wollte, sonst wäre ich wohl nicht so schnell ins Wasser gekommen. Dafür waren dann die Quellen sehr angenehm zum Plantschen – allerdings war der Rückweg zum Boot durchs Meer im Vergleich umso härter.

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Thirasia

Schließlich haben wir noch auf Thirasia Station gemacht, wo ich den bis dahin besten (und billigsten) Fisch auf Santorin gegessen habe. Man zahlt in Fira und Oia nämlich in erster Linie für die Aussicht und nicht so sehr für die Qualität des Essens – überraschenderweise auch in Restaurants, die gar keine Aussicht haben. Überhaupt scheint Santorin eher auf zahlungskräftige Klientel ausgelegt zu sein, zumindest zeugen die Designermoden- und Schmuckgeschäfte davon. Symptomatisch für die hohen Preise ist wohl auch das Greek Frozen Joghurt, das ich mir an meinem heutigen letzten Tag auf Santorin gegönnt habe: Mir war zwar bewusst, dass das (wegen selbstgewählter Toppings in beliebiger Menge) nach Gewicht verrechnet wird – aber ich habe nicht damit gerechnet, dass man schon einen Riesenbecher mit einem gefühlten Viertelkilo Joghurt in die Hand gedrückt bekommt, bevor man sich überhaupt seine Toppings aussuchen kann. Immerhin habe ich, wenn sie gar noch die Chuzpe besitzen sollten, pro angefangenen 100 Gramm zu verrechnen, die Wahl meiner Toppings gut getroffen. So habe ich nämlich mit einem Gesamtgewicht von 298 Gramm "nur" wohlfeile 6,60 Euro für mein Frozen Joghurt gezahlt.

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Akrotiri

Zuvor habe ich allerdings noch einen Halbtagesausflug nach Akrotiri, zu den Ausgrabungen einer alten griechischen Siedlung, die bei einem Vulkanausbruch zerstört wurde, unternommen. Leider gab es nur wenige Informationstafeln – und auch die Reisegruppe, die kurz nach mir eingetroffen ist, hat nur Broschüren in die Hand gedrückt bekommen. Erst als rund eine halbe Stunde später die Reisegruppen fast schon im Minutentakt eingetrudelt sind, habe ich kurz bei einer zweisprachigen (spanisch/englischen) Führung zuhören können. Das war aber fast mehr verwirrend als sonst was, denn man denkt sich dann dauernd: "Das hat sie doch gerade gesagt!"

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Akrotiri

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Red Beach

Danach habe ich noch einen Spaziergang zum nahen Red Beach gemacht, der seinen Namen vom rötlichen Vulkangestein hat. Am Aussichtspunkt über dem Strand war ganz schön viel los, denn auch wenn sich Amerikaner vielleicht von dem Warnschild am Beginn des kurzen Weges, das vor Steinschlag warnt und eigentlich sogar den Zutritt verbietet, abhalten lassen, so gilt das jedoch nicht für Chinesen. Die kämpfen erbittert um den besten Platz fürs Foto, und wenn man dann einfach nur dasteht und die Aussicht bewundert, muss man schnell den Platz räumen. Leider kommen sie damit auch durch, weil man sich (oder zumindest ich mir) diesen Wahnsinn nicht lange antun will.

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White BeachCliffs

Ich bin daher bald noch weiter in Richtung White Beach spaziert, habe aber nur weiße Klippen entdecken können (keinen Strand). Ich habe dann geschlussfolgert, dass er wohl eine Bucht weiter sein muss. Eine kurze Wanderung (auf einem Pfad, der das Warnschild tatsächlich verdient hätte) und drei Buchten später habe ich aufgegeben, und die weißen Klippen für mich kurzerhand als White Beach definiert. Erst am Rückweg habe ich (in der ersten Bucht) den Strand doch noch entdeckt, den ich allerdings am Hinweg nur gesehen hätte, wenn ich mich zum richtigen Zeitpunkt umgedreht hätte, da er nämlich nur auf wenigen Metern des Weges überhaupt sichtbar ist. Wie man aber über die steilen Felsen hinunter gelangen soll, ist mir ein Rätsel.

Das hat sich dann beim Mittagessen am Strand von Akrotiri mehr oder weniger gelöst: offensichtlich per Boot. Es stehen nämlich etliche Schiffernakel zum Transport bereit – nur wohl nicht schon um 10:30 Uhr, als ich das erste Mal vorbeigekommen bin.

Schlussendlich habe ich an meinen drei Abenden in Fira versucht, den Sonnenuntergang zu beobachten, für den Santorin (aus welchen Gründen auch immer) berühmt ist. Vermutlich ist das eher Teil des Romantik-Programms für verliebte Pärchen, aber ganz so wie ein deutscher Tourist wollte ich es dann doch nicht angehen: Sonnenuntergang kenn ich – hab‘ ich schon ma‘ jeseh’n! So sind zumindest ein paar kitschige Fotos entstanden, auch wenn ich aufgrund der Bewölkung nur am letzten Tag zumindest einen Teil der Sonnenscheibe am Horizont habe verschwinden sehen.

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Sonnenuntergang über Santorin

Alles in allem bin ich (trotz des nicht ganz so warmen Wetters wie erhofft) recht froh, es einmal nach Santorin geschafft zu haben – und das außerhalb der Hauptsaison. Es war ja, wie geschildert, auch so schon recht viel los – ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie das im Sommer aussieht.

Überrascht hat mich bei den Touristenzahlen übrigens der hohe Anteil an spanischsprechenden Touristen – man würde annehmen, dass die Meer und Sonne auch daheim haben. Wettermäßig verständlicher, aber in der Häufung trotzdem überraschend, waren die neuseeländischen Touristen – ob Santorin in Neuseeland gerade intensiv beworben wird? Schließlich hat auch die Zahl der asiatischen Brautpaare ein Rekordniveau erreicht – anscheinend kann man mit Hochzeitfotos aus Santorin ordentlich angeben.

Daneben waren natürlich auch die "üblichen Verdächtigen" (Deutsche, Franzosen, Amerikaner) ebenso anzutreffen wie eine bunte Mischung von Touristen aus Übersee (Indien, arabischer Raum, Fernost). Welche dieser Besucher die Zielgruppe für die an einigen Souvenirständen recht prominent platzierten, hölzernen Flaschenöffnern in Dildo-Form sind, habe ich jedoch bis zum Schluss nicht herausfinden können.


(*) Geholfen hat da wohl auch nicht, dass wir gleich zu Beginn der Tour noch eine Runde im Hafen gedreht haben, um noch ein paar Touristen einzusammeln, die nicht nur ignoriert haben, dass man eine Viertelstunde vor Abfahrt im Hafen sein sollte, sondern sogar erst nach der Abfahrtszeit aufgetaucht sind.

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