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Maya-Spuren über und unter der Erde

Meine letzte Station in Belize, San Ignacio, war den Mayas gewidmet. Während ich jedoch heute "nur" die Ruinen von Xunantunich besichtigt habe, war die Tour gestern ein wenig außergewöhnlicher: eine Caving-Tour zu den Maya-Artefakten in der Actun Tunichil Muknal.

Um zu diesen Artefakten zu gelangen, muss man zuerst rund eine Dreiviertelstunde durch den Dschungel wandern und dabei drei Mal einen Fluss durchqueren. Danach geht es im Fluss in der Höhle weiter: mal schwimmend, mal watend, mal kletternd. Schon dieser Teil hat sehr viel Spaß gemacht; dazu gibt es noch wunderschöne Tropfsteinformationen zu sehen.

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Keramik
(© Jkolecki, lizensiert gemäß CC BY-SA 3.0)

Schließlich verlässt man den Höhlenfluss und klettert unter Tage einige Dutzend Meter nach oben in ein anderes Höhlensystem, das die Maya für rituelle Zwecke verwendet haben. Die dortigen Artefakte (in erster Linie Tongefäße) liegen noch immer so dort, wie sie ursprünglich gefunden wurden. Auf Socken darf man dazwischen auf einem mit Bändern gekennzeichneten Weg (und immer begleitet vom verpflichtenden Tourguide) die Höhle erkunden.

Viele Tongefäße sind übrigens schon beschädigt: teilweise weil sie vom Wasser, das immer wieder in die Höhle eindringt, von ihrem ursprünglichen Platz weggespült wurden sind; teilweise wurden sie aber anscheinend absichtlich so (als rituelles Opfer) platziert.

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Crystal Maiden
(© Peter Anderson, lizensiert gemäß CC BY-SA 3.0)

Tiefer in der Höhle trifft man dann auch auf menschliche Skelette. Bei manchen davon erkennt man auch, warum fotografieren mittlerweile verboten ist: Sie wurden durch heruntergefallene Kameras beschädigt. Ganz am Ende wartet dann das Highlight: die Crystal Maiden, ein vollständig erhaltenes, kalzifiziertes Skelett eines (nach neuesten Erkenntnissen männlichen) Jugendlichen.

Der Weg hinaus war anfangs wieder dasselbe Schwimmen, Waten und Klettern wie beim Hineingehen. Kurz vor dem Ausgang hat uns unser Höhlenführer dann aber noch über einen kleinen, etwas herausfordernderen Umweg geführt, der mir sehr viel Spaß gemacht hat: Wir sind über Felsen gerutscht und haben uns durch Engstellen gezwängt, wo wir bis zum Hals ins Wasser mussten und oberhalb der Wasseroberfläche gerade genug Platz hatten, um unseren Kopf durchzufädeln – da darf man keinen zu dicken Hals oder zu große Nase/Ohren/Adamsapfel haben (und vor allem keine Klaustrophobie).

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Fähre über den Mopan

Gegen diese Caving-Tour war die heutige Besichtigung von Xunantunich eher unspektakulär. Am außergewöhnlichsten war noch die per Handkurbel (!) betriebene Fähre über den Mopan, die ich nehmen musste, um von der Busstation zur Zufahrtsstraße zu gelangen.

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El Castillo

Die Stätte selbst war eher klein: Die Hauptgruppe an Gebäuden besteht aus drei benachbarten Höfen. Beeindruckend ist sie vor allem wegen dem Castillo: Dieser 40 Meter hohe Palast (den man auch erklimmen darf) ist selbst heute noch das zweithöchste Gebäude in ganz Belize – nach dem (nur unwesentlich höheren) Tempel der Maya-Stätte von Caracol!

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