Heute war endlich der ursprünglich schon für den Vortag vorgesehene Ausflug auf die Ägadische Inseln an der Reihe: Ich habe den Tag in Favignana, der größten der Ägadische Inseln verbracht.
Blöderweise war es heute auch sehr windig, weshalb ich die Fährüberfahrt mit etwas Anspannung erwartet habe. Gottseidank habe ich mich aber für ein schnelles Tragflügelboot entschieden, worüber ich insbesondere dann froh war, als wir problemlos die Wellen durchschneidend ein schaukelndes Touristen-Boot überholt haben.
In Favignana angekommen, wollte ich mir ursprünglich eigentlich ein Fahrrad ausborgen, aber die Vorreservierung am Vortag hat offensichtlich schon vor Geschäftsschluss geendet, und im Hafen war dann ein Weg zu einem Aussichtspunkt ausgeschildert, sodass ich mich zuerst einmal per pedes auf den Weg gemacht habe.
Vom Aussichtspunkt hatte ich zwar schon einen netten Blick auf die östliche Hälfte der Insel, aber der weitere Aufstieg zur Festung Santa Caterina auf dem Gipfel war trotzdem zu verlockend, um mir das entgehen zu lassen – wie oft hat man schon die Gelegenheit, praktisch direkt von Meeresniveau auf den höchsten Gipfel der Region aufzusteigen?
So bin ich die Steinrampe (mit gegentlichen Stufen), die diesen „Wanderweg“ geformt hat, nach oben marschiert. Vom Gipfel waren die Blicke natürlich noch einmal besser. Die Festung war von außen auch ganz imposant; von innen war (wegen Baufälligkeit, wenn ich das italienische Schild richtig verstanden habe) keine Besichtigung möglich.
Nachdem ich da schon mitten im Wandern war, habe ich mich für einen Abstieg auf der „Hinterseite“ des Hügels entschlossen. Dabei konnte ich nicht nur einen schönen Blick zurück auf Gipfel und Festung werfen, sondern auch die Aussicht über den westlichen Teil der Insel, sogar mit der Nachbarinsel Marrettimo im Hintergrund, genießen.
Als ich beim Weg zurück in den Hauptort dann an einem Fahrradunfall vorbeigekommen bin, ist mir die Lust aufs Radfahren endgültig vergangen. Stattdessen habe ich mir das „Ex Stabilimento Florio delle Tonnare“ angeschaut, die ehemalige Thunfischfabrik der Insel. Zwar hat mich die Tafel draußen glauben lassen, dass noch etwas mehr von der Ausstattung der ehemaligen Fabrik übrig ist, als es dann tatsächlich der Fall war, aber trotzdem war es ein recht kurzweiliger Besuch. Noch interessanter wäre es aber wohl mit Italienischkenntnissen gewesen, denn die meisten Info-Tafeln waren nur auf Italienisch, ebenso wie die Interviews mit den ehemaligen Thunfisch-Fischern (?) – und die bei der Kasse angepriesene App, die auch Informationen auf Englisch bieten soll, hat auf meinem (zu neuen!) Handy nicht funktioniert.
Nach diesem kurzen Exkurs in die Vergangenheit der Insel habe ich mich wieder deren Gegenwart zugewandt, nämlich der Natur entlang der Nord(ost)küste. Diese war ziemlich wild – vor allem heute, bei Nordwind. Ganz bin ich dabei der Insel-Vergangenheit auch nicht entkommen, denn bei Scala Cavallo gab es einen alten Kalktuff-Steinbruch zu sehen, der tiefe (fast ein wenig unheimliche) Höhlen in den Felsklippen der Insel hinterlassen hat.
Da die Nordseite der Insel wegen der schroffen Felsen und des Windes wenig Gelegenheit zum Baden geboten hat, habe ich schließlich noch die Insel überquert, und das Lido Burrone an der Südküste aufgesucht. Dort angekommen hätte ich mich von den vielen Sonnenschirmen und Strandliegen fast schon abschrecken lassen, bevor ich doch ein paar einzelne Handtücher in der hintersten Reihe entdeckt habe. Also war es dann auch für mich endlich einmal Zeit, mich ins (überraschend) kühle Nass zu begeben. Weil sich von den wenigen Touristen, die im Wasser waren, keiner weit hinaus getraut hat, habe ich mich allerdings auch mehr aufs Strand-nahe Baden denn aufs Schwimmen konzentriert. Das kristallklare Wasser habe ich ohnehin auch so bewundern können.
Dermaßen erfrischt bin ich dann wieder zurück in den Hauptort der Insel spaziert, wo ich noch rund eine Stunde bis zu meiner Rückfahrt totzuschlagen hatte. Zwar gab es etwa mit dem kleinen Park um den Palazzo Florio oder dem Hafen durchaus auch dort ein paar nette Ecken, aber die wahren Schätze der Insel waren für mich dann doch die bereits zuvor erkundeten.
![Favignana [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261014_101710-360x270.jpg)
![Blick übers östliche Favignana [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261014_111454-360x270.jpg)
![Festung Santa Caterina [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261014_111023-360x270.jpg)
![Blick zurück auf den Monte Santa Caterina [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261014_113618-360x270.jpg)
![Blick übers westliche Favignana bis nach Marrettimo [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261014_111314-360x270.jpg)
![Ex Stabilimento Florio delle Tonnare [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261014_123539-360x270.jpg)
![Bootshaus [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261014_124520-270x360.jpg)
![Thunfischdosen [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261014_130729-360x270.jpg)
![Ex Stabilimento Florio delle Tonnare [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261014_131812-360x270.jpg)
![Batteria de cottura [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261014_132601-360x270.jpg)
![Nordküste von Favignana [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261014_140114-360x270.jpg)
![Scala Cavallo [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261014_143024-270x360.jpg)
![Lido Burrone [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261014_152236-360x206.jpg)
![Palazzo Florio [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261014_102223-360x270.jpg)
![Hafen von Favignana [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261014_164429-360x270.jpg)