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Südafrika für Dummies

Nach zwei Urlauben in Südafrika habe ich auch abseits der touristischen Ziele ein bisschen etwas über das Land gelernt.

Straßenverkehr

  1. Die südafrikanischen Autofahrer sind, gelinde gesagt, verrückt.
  2. An einem (regnerischen) Tag in und um Johannesburg habe ich allein fünf schwere Verkehrsunfälle (mit Autos auf dem Dach oder irgendwo in der Pampa hinter einer Leitplanke) gesehen.
  3. Die angeschriebenen Geschwindigkeitsbeschränkungen mögen vielleicht die Geschwindigkeit beschränken – allerdings von unten.
  4. Die meisten Schnellstraßen sind (abseits der Städte) in jeder Richtung nur einspurig, haben aber einen breiten Pannenstreifen. Wenn sich nun ein schnellerer Verkehrsteilnehmer von hinten nähert, wird erwartet, dass man auf den Pannenstreifen ausweicht, um ihn überholen zu lassen. Der Überholende bedankt sich anschließend durch kurzes Einschalten der Warnblinkanlage; mit der Lichthupe signalisiert man ihm als Antwort: Gern geschehen!
  5. Dabei ist es auch durchaus erlaubt, die doppelte Sperrlinie mit dem rechten Reifen zu überfahren.
  6. Hat der Gegenverkehr ausnahmsweise zwei Spuren, dann ist auch ein vollständiges Überfahren der doppelten Sperrlinie erlaubt.
  7. Im äußersten Notfall ist ein vollständiges Überfahren der doppelten Sperrlinie auch dann erlaubt, wenn es nur eine Spur in der Gegenrichtung gibt, aber der Pannenstreifen genug Platz zum Ausweichen bietet.
  8. Zwar nicht zum Wohle der geistigen, sehr wohl aber der körperlichen Gesundheit ist es daher ratsam, immer auch den Gegenverkehr im Auge zu behalten.
  9. Auch bei Schnellstraßen grasen mitunter direkt neben der Fahrbahn Ziegen oder Schafe.
  10. Diese überqueren mitunter auch seelenruhig die Fahrbahn.
  11. Gelegentlich gelten die beiden letztgenannten Punkte auch für Kühe.
  12. Angesichts dieser Umstände ist es wohl nicht überraschend, dass es (in Relation zur Einwohnerzahl) in Südafrika rund fünf Mal so viele Verkehrstote gibt wie in Österreich.

Öffentlicher Verkehr

  1. Trotz obiger Problemchen zahlt es sich als Tourist aus, ein Mietauto zu nehmen – der öffentliche Verkehr lässt nämlich zu wünschen übrig.
  2. Am sichersten (und auch einigermaßen bequem) sind wohl noch Inlandsflüge und Greyhound-Busse.
  3. Die Bushaltestellen sind allerdings nicht immer in den besten Gegenden der Stadt.
  4. Mit der Pünktlichkeit nehmen es Langstreckenbusse auch nicht ganz so genau. Möglicherweise liegt das daran, dass 15-Minuten-Pausen auch schon mal 24 Minuten dauern können. Dafür fahren die Busfahrer dann wie gesengte Säue, um die verlorene Zeit aufzuholen.
  5. Bucht man früh genug, bekommt man einen Plätze im Obergeschoss (des Doppelstock-Busses) in der ersten Reihe und kann alle waghalsigen Manöver des Busfahrers gut beobachten.
  6. Bietet diese Art zu reisen zu wenig Nervenkitzel, gibt es für den abenteuerlustigen Reisenden dann auch noch Minibusse (d.h. private Kleinbusse, die gegen Entgelt alles und jeden transportieren).
  7. So gesehen ist es eigentlich kein Wunder, dass in den größeren Städten Uber sehr erfolgreich ist.
  8. Denn auch Taxis sind mitunter nicht immer verlässlich: Es zahlt sich also aus, beim Auschecken frühmorgens ganz leger eine Bemerkung fallen zu lassen, dass man am Vortag ein Shuttle zum Flughafen bestellt habe. Vielleicht greift der Rezeptionist dann nämlich mit leicht erschrecktem Blick zum Telefon.

Essen

  1. Die südafrikanische Küche ist (neben der amerikanischen) wohl eine der ungesündesten Küchen, die ich kenne.
  2. Der Hauptbestandteil der südafrikanischen Küche ist definitiv Fleisch.
  3. Damit ist vor allem rotes Fleisch gemeint.
  4. Das geht sogar so weit, dass Hühnchen auch mal als Fleisch für Vegetarier beschrieben wird.
  5. Möchte man einmal kein Fleisch essen, dann greift man zu einem beliebten Lunch-Snack: Chips.
  6. Kein Wunder also, dass Südafrika ein großes Problem mit übergewichtigen Bewohnern hat.
  7. Das geht sogar so weit, dass ein Burger mit Pommes und einem Becher Cola auf einem Plakat, dass das Bewusstsein diesbezüglich etwas schärfen soll, als Obesity Combo bezeichnet wird.

Recht und Ordnung

  1. Die Kriminalität in Südafrika ist recht hoch.
  2. Für Südafrikaner ist es vollkommen normal, dass man nachts (vor allem in größeren Städten) nicht auf die Straße gehen kann.
  3. In manchen Gegenden Südafrikas kann man (vor allem als Weißer) auch untertags nicht zu Fuß unterwegs sein.
  4. Korruption ist in Südafrika auch weit verbreitet – von Polizisten bis zum (Ex-)Präsidenten.
  5. Polizisten verhängen anscheinend gerne eine sogenannte "Spot Fine" (auch "Bestechung" genannt).
  6. Fairerweise muss ich aber sagen: Bei der einzigen Polizeikontrolle, in die ich geraten bin, hat man mich korrekt behandelt, und nach Kontrolle (und Abfotografieren) meines Führerscheins weiterfahren lassen.

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