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Aller guten Tempelanlagen sind drei

Auch heute war wieder eine Tempelanlage an der Reihe, diesmal eine der Touristenattraktionen Siziliens: das Tal der Tempel nahe Agrigent.

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Junotempel

Nachdem ich im nur zehn Autominuten entfernten Porto Empedocle übernachtet habe, war ich diesmal sogar schon vor Beginn der Öffnungszeiten vor Ort – und gut war’s, denn ich bin bei der Sicherheitskontrolle am Eingang schon hinter der ersten (kleinen) Touristengruppe zu stehen gekommen. Beim Weg zum ersten Tempel, dem Junotempel(*), konnte ich sie durch die Benützung der Stufen anstelle der weitläufigeren, behindertengerechten Rampe aber noch überholen, und so hatte ich den für kurze Zeit ganz für mich alle.

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Tal der Tempel

Vom Hügel des Junotempels hat man bereits einen schönen Blick übers restliche Tal der Tempel, wobei insbesondere der bekannteste (und besterhaltene) davon, der Concordiatempel, ganz besonders heraussticht. Um diesen möglichst auch noch vor den anderen Touristen zu erwischen, habe ich die römischen Gräber, der sich entlang der Klippe zwischen den beiden Tempel befunden haben (und von denen außer ein paar Felsnischen ohnehin nicht viel zu sehen ist), eher im Laufschritt „erkundet“.

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Concordiatempel

Das hat sich aber ausgezahlt, denn ich hatte dann den Concordiatempel tatsächlich für über eine Viertelstunde komplett für mich alleine – ich konnte mein Glück kaum fassen. Wenn dem/der geneigten Leser/in übrigens die Frontansicht dieses Tempels bekannt vorkommt, dann liegt das mitunter nicht nur an meinen Berichten über die Tempel in Segesta und Selinunt, sondern vielleicht auch daran, dass das UNESCO-Logo anscheinend diesem Tempel (oder zumindest dieser Art Tempel) nachempfunden wurde.

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Concordiatempel

Direkt vor dem Tempel konnte ich auch eine Bronzestatue des gefallenen Ikarus bewundern (siehe Titelbild) – scheinbar als Überrest aus griechischer Zeit, tatsächlich aber erst 2011 von einem polnischen Bildhauer geschaffen. Mittlerweile ist diese Ansicht aus Statue und Tempel aber schon sehr ikonisch für das Tal der Tempel geworden.

Bevor es zum nächsten Tempel, dem Heraklestempel, weitergegangen ist, bin ich dann noch an ein paar frühchristlichen Gräbern vorbeigekommen: vom Stil her ähnlich zu den römischen Gräbern (d.h. Felsnischen), aber unter der Erde. Heutzutage befindet sich eine schöne Gartenanlage darüber, sodass mir die Gräber anfangs gar nicht aufgefallen sind.

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Frühchristliche Gräber

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Heraklestempel

Schließlich hat mich der Weg zum Olympieion geführt, das auch als „Tempel des Olympischen Zeus“ bekannt ist. Dieser Tempel hat einiges mit dem Tempel G in Selinunt gemein: Er war ebenfalls riesig (sogar noch größer als jener in Selinunt), wurde ebenso nie fertiggestellt – und liegt heutzutage leider auch in Trümmern. Einen kleinen Eindruck von der Größe des Tempels geben die sogenannten Telamone: fast acht Meter hohe Statuen, die das Gebälk abgestützt haben – und selbst wohl rund zehn Meter über dem Boden gestanden sind. Drei dieser Telamone konnte ich (zumindest in Bruchstücken) besichtigen: zwei am Boden liegend (davon zumindest einer „nur“ als Nachbildung), und einer stehend (mit Teilen als Nachbildung).

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Olympieion

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Telamon

Den Abschluss meines Rundgangs haben schließlich der Dioskurentempel und das Heiligtum der chthonischen Gottheiten gebildet. Von ersterem sind noch vier Säulen gestanden (bzw. genauer: wurden im 19. Jahrhundert wiedererrichtet); bei letzterem waren die Opferaltare besonders gut erkennbar.

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Dioskurentempel

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Opferaltar im Heiligtum der chthonischen Gottheiten

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Vasen im archäologischen Museum

Danach wollte ich wieder dem zugehörigen Museum einen Besuch abstatten, dass sich diesmal jedoch nicht in derselben Anlage befunden hat. Dabei bin ich dann fast an der Parkplatzsuche gescheitert: Zwei mal bin ich an einem Schlurf mit staubigem Erdboden vorbeigefahren, ungläubig dass es sich dabei um die Einfahrt zum Parkplatz des Museums handeln könnte. (**) Als ich dann rund einen Kilometer entfernt einen Parkplatz gefunden habe, um nochmals die Karte zu studieren, bin ich dann kurzerhand dort stehen geblieben und zu Fuß zurückmarschiert.

Im Museum konnte ich dann zahlreiche Fundstücke aus dem Tal der Tempel sehen: Schüsseln, Vasen, Figuren, etc. Am beeindruckendsten war aber wieder der (diesmal „echte“) Telamon. Das Modell des Olympieion direkt daneben hat dann auch einen gewissen Eindruck vermitteln können, wie groß dieser Tempel gewesen sein muss.

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Telamon (links) und Modell des Olympieion (rechts) im archäologischen Museum

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Piazzetta dello scrittore in Agrigent

Bei der Heimfahrt habe ich mich dann noch einmal verfahren, und bin so im Zentrum von Agrigent gelandet. Ich habe das dann gleich für einen knapp halbstündigen Spaziergang durch die Altstadt genützt. Danach musste ich aber feststellen: Ich hätte wohl auch nicht viel verpasst, wenn ich mich nicht verfahren hätte.


(*) bei dem übrigens gar nicht sicher ist, ob er wirklich Juno gewidmet war

(**) Es hat sich dann später herausgestellt: Sie war es.

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