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Tempel in bunt

Die erste von mir besuchte thailändische Stadt, Chiang Rai, war wieder reich an Tempeln – aber nicht nur an „konventionellen“, sondern auch an Tempeln in außergewöhnlichen Farben: So gibt es hier einen Blauen Tempel ebenso wie einen Weißen Tempel, und dazu noch ein „Black House“-Museum, das aus schwarzen Gebäuden in der Form von Tempeln besteht.

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Jade-Buddha

Begonnen habe ich jedoch mit einem Tempel nach dem üblichen Schema (rot/gold/Buddha) – zumindest auf den ersten Blick. Im Wat Phra Kaeo wurde nämlich im Jahre 1434 nach einem Blitzeinschlag ein versteckter Smaragd-Buddha gefunden. Dieser ist zwar seit über 200 Jahren schon in Bangkok, aber es gibt hier in Chiang Rai eine (ähnliche, aber nicht idente) Kopie aus grüner Jade zu sehen, für die Ende der 1990er-Jahre eine eigene Halle gebaut wurde, die mitunter als „grüner Tempel“ durchgehen könnte.

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Wat Phra Sing

Als nächstes bin ich noch am – grundsätzlich sehr schönen – Wat Phra Sing vorbeigekommen. Ich muss aber gestehen, dass die „normalen“ Tempel mittlerweile ein wenig verschwimmen – ich habe in den letzten Tagen/Wochen einfach schon zu viele davon gesehen.

Bei meinem nächsten Ziel, dem Blauen Tempel, war das aber kein Problem, denn der heißt nicht nur so, der ist auch blau – und das ist schon ein ziemliches Alleinstellungsmerkmal. Da hat einer der Einheimischen wohl den richtigen Riecher gehabt, als sie in den 1990er-Jahren mit der Renovierung des verfallenen Tempels begonnen haben, denn heutzutage ist der Blaue Tempel (wohl in erster Linie wegen seiner außergewöhnlichen Farbe) ein wahrer Touristenmagnet.

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Das Innere des Blauen Tempel

Es ist aber natürlich immer noch ein buddhistischer Tempel, also gibt es weiterhin viele Buddha-Statuen (die wohl als Kontrast oft in weiß gehalten sind). Zusätzlich finden sich aber viele fein detaillierte Verzierungen, wie etwa Drachen oder Dämonen, und Blautönen. Das Innere des Tempel hat zwar auch eine blaue Grundfärbung, wirkt aber mit den dazwischengestreuten bunten Dekorationen und Bildern fast schon ein wenig psychedelisch.

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Blauer Tempel

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Weißer Tempel

Man könnte meinen, dass damit wohl kein anderer Tempel mithalten kann, doch weit gefehlt! Der Weiße Tempel ist mindestens ebenso beeindruckend. Auch das ist ein zeitgenössischer Tempel, im Wesentlichen das Langzeit-Kunstprojekt von Chalermchai Kositpipat, einem lokalen Künstler, und ist eben praktisch komplett in weiß gehalten. Die Verzierungen sind dabei noch feiner und detaillierter als beim Blauen Tempel: Drachen und Elefanten tummeln sich da neben Ornamenten und Buddha-Darstellungen. Angeblich gibt es auch Referenzen aus der Popkultur (wie etwa Abbilder von Michael Jackson oder Harry Potter), aber die konnte ich nicht entdecken.

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Weißer Tempel

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Weißer Tempel (Details)

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Ganesha-Tempel

Außerdem befindet sich dort auch noch die sogenannte Cave of Art, die aber mehr eine Höhle der künstlichen Tropfsteine, Fische und Schädel ist (wobei auch hier ein paar Buddha-Statuen nicht fehlen dürfen), und der güldene Ganesha-Tempel, die jedoch beide mit dem eigentlichen Weißen Tempel (zumindest in meinen Augen) nicht mithalten können.

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Cave of Art

Nachdem die An- und Abreise zu/vom Weißen Tempel mit dem öffentlichen Bus (nach leichten Startschwierigkeiten(*)) gut funktioniert hat, wollte ich ursprünglich auch zu meinem nächsten Ziel mit dem Bus fahren. Allerdings wurde mir am Busbahnhof beschienen, dass der nächste (laut Internet angeblich halbstündlich fahrender) Bus erst in eineinhalb Stunden gehen würde. So habe ich nach einigem Überlegen dann Grab, die lokale Uber-Variante, ausprobiert, und hatte in kürzester Zeit eine zwanzigminütige Taxifahrt für (umgerechnet) knappe vier Euro organisiert.

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Baan Dam Museum

Diese Taxifahrt hat mich zum Baan Dam (Black House) Museum gebracht, einem weiteren Kunstprojekt eines (anderen) Exzentrikers. Dieser hat zahlreiche Häuser aus dunklem Holz (teilweise auch schwarz gebeizt) aufgebaut, und mit recht eigenwilliger Dekoration verpasst: viele Hörner, viele Tierhäute (vor allem Krokodile) und -schädel (vor allem Büffel, wohl weil die wieder mit Hörnern daherkommen). Auch Phalli stehen hoch im Kurs. Schließlich gibt es noch Gemälde, die mit einem passenden Instagram-Filter zum „Leben“ erweckt werden können – ein Instagram-Konto vorausgesetzt, natürlich. Insgesamt ein eher kurioses Museum, aber ich habe mich doch ein wenig gefragt, was genau ich mir da eigentlich angeschaut habe.

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Baan Dam Museum

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King Mangrai Monument

Eigentlich wollte ich danach noch eine Riesen-Statue der Göttin der Barmherzigkeit (ebenfalls etwas außerhalb der Stadt) besuchen, aber ich habe gelesen, dass man dort ohne eigenen Transport schlecht wieder wegkommt. Also habe ich mir doch nur eine Fahrt zurück ins Stadtzentrum ge-Grab-t, und bin vom King Mangrai Monument (etwas in Schlangenlinien) zurück zu meiner Unterkunft spaziert. Dabei bin ich (neben Tempeln) auch an einem Park vorbeigekommen, wo die Reste des vor zweieinhalb Wochen zu Ende gegangen Blumenfestivals zu sehen waren – und wenn die hier von Blumenfestival sprechen, dann meinen die das offensichtlich ernst!

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Blumenfestival

Abends hab ich dann noch die Licht- und Musikshow beim Chiang Rai Clock Tower besucht – kein Vergleich zu den Shows in Singapur, aber trotzdem ein netter Zeitvertreib am Abend, bevor es auf den Nachtmarkt für ein (zweites) Abendessen gegangen ist.

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Chiang Rai Clock Tower

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Lichtinstallation am Nachtmarkt


(*) Laut Internet sollten die ersten drei Busse um 6:10 Uhr, 7:10 Uhr und 8:10 Uhr fahren. Als ich jedoch kurz vor 7:00 Uhr am Busbahnhof aufgekreuzt bin, wurde mir mitgeteilt, der erste Bus fahre um 8:10 Uhr – und dem war dann auch so.

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