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Böhmisch Krumau ohne Kanu

Gerne hätte ich die Moldau-Schleifen bei Böhmisch Krumau (Český Krumlov) mit dem Kanu erkundet, aber da hat das Wetter (zumindest für meinen Geschmack) nicht mitgespielt. Daher habe ich mich auf eine Erkundung per pedes beschränkt – da konnte man leichter um die Regenschauer herumplanen.

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Maskensaal

Es gab hier nämlich auch genug im Inneren von Gebäuden zu entdecken, allen voran im Schloss Český Krumlov. Die prachtvollen Renaissance- und Barockräume waren nämlich durchaus den Besuch wert. Ganz besonders gut gefallen hat mir der im Stil der Comedia dell arte dekorierte Maskensaal.

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Renaissancezimmer (links) und barocker Speisesaal (rechts)

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Barocktheater

Ein weiteres Prunkstück des Schlosses ist das noch sehr gut erhaltene (bzw. zumindest renovierte) Barocktheater – eines von nur zweien in Europa. (*)

Schließlich gibt es noch ein Schlossmuseum, wo man ein bisschen mehr über die Jahrhunderte lange Geschichte des Schlosses lernen konnte, wobei da mehr die Herrschaft der Schwarzenberger im Fokus gestanden ist – im Gegensatz zu den Renaissance- und Barockräumen, für die in erster Linie die Rosenberger und danach die Eggenberger (von denen die Schwarzenberger schlussendlich das Schloss geerbt haben) verantwortlich gezeichnet haben.

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Ausblick vom Schlossturm auf Český Krumlov

Beim Besuch des Schlossmuseums muss man aber schon wieder ein wenig das Wetter beachten, denn dort ist auch ein Besuch des Schlossturms im Eintrittspreis inkludiert – und die Aussicht lässt sich bei (ein wenig) Sonnenschein natürlich gleich viel mehr genießen. Dabei habe ich aber gottseidank ein gutes Händchen bei der Wahl meiner Besuchszeit bewiesen. (**)

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Schloss Český Krumlov

Damit sind die Attraktionen der Burg aber noch nicht zu Ende: Einmal abgesehen davon, dass sie unglaublich lang ist, sind die (Außen-)Wände teilweise dekorativ bemalt. Darüber hinaus führt hinter dem letzten, fünften (!) Burghof noch die imposante Mantelbrücke über einen Abgrund: zuunterst drei Ebenen mit Steinbögen, dann eine offene Ebene mit dem eigentlichen Brückenübergang – und darüber noch einmal drei Stockwerke!

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Dritter Burghof

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Mantelbrücke

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Barocker Schlossgarten

Folgt man der Verlängerung der Mantelbrücke, landet man schließlich im riesigen (barocken) Schlossgarten, wo zwischen den akkurat gestutzten Hecken zumindest teilweise auch ein paar „wilde“ Laubbäume stehen bleiben durften.

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Böhmisch Krumau

Kurz und gut: Das Schloss Český Krumlov hat mich schon ein Zeitl beschäftigt. Den Rest der Zeit in der Stadt habe ich mit Schlendern durch die Altstadt und entlang der Moldau verbracht. Dort gab es nämlich mit dem Budweiser Tor, dem Kloster von Krumau, dem Svornosti-Platz oder der St.-Veit-Kirche auch so einige zu entdecken. Beim Schlendern entlang des Flusses habe ich sogar ein paar Unerschrockene entdeckt, die trotz der (sehr) niedrigen Temperaturen mit Kanu oder Schlauchboot die Moldau entlang gepaddelt sind – Hut ab vor so viel „Unverfrorenheit“!

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Latrán

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Svornosti-Platz


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Moldau

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Budweiser Tor

Für mich ist da vielmehr das Schloss auch andernorts in der Stadt eine Attraktion geblieben, zum Beispiel beim Ausblick von einem der beliebten Aussichtspunkt der Stadt – zumindest wenn ich dort das Glück hatte, nicht nur Tourgruppen zu sehen. (***) Die Stadt ist nämlich wahrlich beliebt bei Touristen. Zum Glück sind die meisten anscheinend recht geizig, denn wenigstens bei den Besichtigungen von Museen und dergleichen hat sich der Andrang (fast) immer in Grenzen gehalten. So konnte ich beispielsweise im Regionalmuseum recht gemütlich über die Geschichte der Stadt lernen und das große (Keramik!-)Modell bewundern, dass die Stadt um 1800 zeigt.

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Blick über Český Krumlov

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Modell von Český Krumlov

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Mantelbrücke bei Nacht

Außerdem kommen viele Besucher anscheinend auch nur auf einen Tagesausflug vorbei, und so konnte ich auch abends (fast) ungestört das sehr stimmungsvoll beleuchtete Schloss samt Mantelbrücke genießen – und am letzten Abend sogar beinahe eine „echte“ Sonnenuntergangsstimmung.

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Český Krumlov bei Nacht


(*) Das andere befindet sich, wie ich seit vergangenen Juni weiß, im Schloss Drottningholm nahe Stockholm (Schweden) – wobei die dort noch behauptet haben, dass einzige so gut erhaltene Theater zu besitzen. Vielleicht ist also das hiesige doch weitgehend renoviert?

(**) Auch wenn sich nach dem Kartenkauf herausgestellt hat, dass man den Besuch des Turms dank eines separaten Eingangs auch später am (selben) Tag noch absolvieren könnte.

(***) Da hilft es offensichtlich, entsprechend zeitig unterwegs zu sein.

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