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Städt(ch)e(n) in Westsizilien

Ganz haben sich die dunklen Wolken noch immer nicht verzogen. Darum bin ich heute auf Nummer sicher gegangen, und habe die Outdoor-Aktivitäten noch hintangestellt, und bin stattdessen durch ein paar hübsche Städtchen spaziert.

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Blick von Custonaci zum Monte Cofano

Bereits am Vortag habe ich einen Nachmittagsspaziergang in Custonaci eingelegt, denn dort habe ich mich (nach meinen ersten zwei Nächten in Cefalù) für den Rest meiner ersten Woche in Sizilien einquartiert. (*) Während der Ort sehr langgezogen ist, ist das Stadtzentrum dafür umso überschaubarer. Es gibt aber eine hübsche Kirche und einen nahen Aussichtspunkt mit einem tollen Blick über die Küste und zum nahen Monte Cofano.

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Santuario di Maria Santissima di Custonaci

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"Flowers 132"

Heute Vormittag ist dann ein Ausflug ins nahe Trapani auf dem Programm gestanden. Der Weg dorthin war eher von Industrie- und Gewerbegebieten geprägt, aber das Stadtzentrum selbst war dann gottseidank etwas hübscher. Gleich zu Beginn hat mich die Skulptur „Flowers 132“ „begrüßt“, die an die Opfer eines Mafia-Attentats im Jahre 1985 erinnert – wir sind hier zweifellos in Sizilien!

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Corso Vittorio Emanuele

Auch typisch sizilianisch (oder sogar: italienisch) waren wohl die vielen Kirchen der Stadt. Ein herausgeputze zentrale Einkaufsstraße mit Palazzo-artigen Prachtbauten durfte natürlich auch nicht fehlen. Schließlich hatte Trapani – genauso wie schon Cefalù – eine alte Stadtmauer zum Meer hin zu bieten. Diesmal konnte ich sogar auf der Mauer spazieren gehen. Allerdings war die Szenerie etwas weniger pittoresk als in Cefalù, denn anstelle von der Brandung umtosten Felsen hat sich verrottendes Seegras auf der dem Meer zugewandten Seite der Mauer befunden.

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Chiesa del Collegio dei Gesuiti

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Kathedrale San Lorenzo Martire


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Bucht von Trapani

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Maria Santissima Assunta

Das war aber nicht weiter schlimm, denn viel Zeit hatte ich ohnehin nicht, mich dort aufzuhalten: Mein eigentliches Tagesziel war nämlich die Ortschaft Erice, die sich auf einem Hügel hoch über Trapani befindet. Die Anreise per Bus hat sich leider zu einer kleinen Weltstsizilienrundreise ausgewachsen, und so sind dann schon die Wolken zusehends zugezogen, als ich oben angekommen bin. Ich habe mich davon aber nicht abhalten lassen, das hübsche Städtchen zu erkunden – und gottseidank hat sich die Sonne zwischendurch immer wieder einmal blicken lassen.

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Blick über Erice

Gleich hinter der Stadtmauer steht die Hauptkirche der Stadt, Maria Santissima Assunta (auch Duomo dell’Assunta genannt, obwohl es keine Bischofskirche ist). Daneben erhebt sich ein separater Glockenturm, den ich gleich einmal erklommen habe. Dabei hat sich aber herausgestellt, dass man hier in Sizilien anscheinend nicht viel von einer schönen Aussicht vom Turm hält. Wie schon in Cefalù war der interessanteste Blick, nämlich jener über die Stadt, versperrt – nur diesmal nicht von Taubennetzen, sondern von abgesperrten Nischen für die Kirchturmglocken.

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Ruderi Monastero del Santissimo Salvatore

So musste ich mir die Stadt also vom Boden aus genauer anschauen. Dabei bin ich – wenig überraschend – an zahlreichen weiteren Kirchen, aber beispielsweise auch an (den Ruinen von) einem Kloster vorbeigekommen. In der Kirche San Giuliano waren dann (wie auch schon in Trapani) einige Statuen für die österlichen Mysterienspiele ausgestellt, die sogenannten „Misteri„-Statuen die am Karfreitag durch die Straßen getragen werden. Da dürfte es also eine ähnliche Tradition geben wie in Antigua.

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Chiesa e Convento di San Domenico

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Kirche San Giuliano


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"Misteri"-Statuen

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Nebengasse in Erice

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Blick über Erice

Abseits der Haupt-Touristenroute hat die Stadt aber recht tot auf mich gewirkt – wie viele Leute dort wohl wirklich noch leben? Wahrscheinlich ist die tolle Lage für die Touristen (ob der guten Aussicht) ein Segen, fürs Wohnen (ob der schlechten Erreichbarkeit) aber ein Fluch.

Ich war aber eben nur Tourist, also habe ich auch die Aussichten auf die umliegende Landschaft genauso genossen wie jene über die Stadt selbst, etwa vom Castello di Venere, den Ruinen einer Normannenfestung.

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Blick von Erice in Richtung Trapani (links) und Custonaci (rechts)


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Castello di Venere

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(*) Ja, man könnte also sagen, dass meine erste Urlaubswoche eine „C-Woche“ war – auch wenn manche meiner Arbeitskollegen vielleicht einwenden werden, dass ja eigentlich das „Z“ an der Reihe sei.

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