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So-wet-o

Eigentlich heißt Soweto ja South Western Townships (also in etwa "Südwestliche Stadtteile"), aber angesichts des Wetters seit meiner Ankunft hat auch die in der Überschrift verwendete Aufteilung durchaus Sinn: Es regnet praktisch ununterbrochen.

Nachdem es bereits gestern kurz nach 14:00 Uhr zu regnen begonnen (und für den Rest des Tages nicht mehr aufgehört) hat, habe ich den Nachmittag und Abend dank meines Ebook-Readers vielmehr in Science-Fiction-Welten denn in Johannesburg verbracht. Für heute habe ich aber bereits eine Tour vorgebucht, sodass ich trotz des Regens außer Haus musste.

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Apartheid-Museum

In der Hoffnung, dass sich der Regen an die Wettervorhersage hält und mit fortschreitendem Tag nachlässt, haben wir mit dem Apartheid-Museum begonnen, wo man die meiste Zeit drinnen verbringt. Nachdem man das Museum durch den Eingang für Weiße oder Nicht-Weiße (nicht gemäß seiner tatsächlichen Hautfarbe, sondern gemäß der zufällig per Eintrittskarte vorgenommenen Zuteilung) betreten hat, gibt es viel über die Apartheid zu erfahren. Auch wenn man einiges davon aus dem Geschichtsunterricht (oder erschreckenderweise aus den Nachrichten in der eigenen Kindheit) kennt, so schockiert doch ein wenig, mit welcher Selbstverständlichkeit vor noch nicht allzu langer Zeit die Rassentrennung in Südafrika betrieben wurde.

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Motsoaledi

Doch die nächste Station, nämlich das eigentliche Soweto, macht fast noch mehr nachdenklich: Selbst wenn es dort mittlerweile nämlich auch "bessere" Gegenden (mit hübschen Ziegelhäuschen) gibt, so finden sich noch immer Wellblechsiedlungen. Eine davon, Motsoaledi, haben wir kurz besucht – da wird einem erst bewusst, wie gut es einem eigentlich geht. Das Wetter dürfte vielleicht auch mitgespielt haben, aber es schaut dort doch eher trostlos aus.

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Haus von Nelson Mandela

Eine der etwas "besseren" Gegenden ist Orlando West mit der Vilakazi Street, der einzigen Straße weltweit, in der zwei Friedensnobelpreisträger gewohnt haben, wie unser Führer betont hat: Nelson Mandela und Desmond Tutu. Beide Häuser stehen noch; letzteres ist vom Sohn Desmond Tutus bewohnt, ersteres ist ein Museum (das wir jedoch nicht besucht haben).

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Hector Pieterson Memorial

Stattdessen haben wir noch dem Hector-Pieterson-Museum einen Besuch abgestattet, das nach einem zwölfjährigem Schüler benannt wurde, der beim Soweto-Aufstand im Juni 1976 von der Polizei erschossen wurde. Er war nicht das einzige, aber (wegen eines weltweit verbreiteten Fotos) das bekannteste Todesopfer dieser Proteste, die schlussendlich den Anfang vom Ende des Apartheid-Regimes einläuten sollten. Auch dieses Museum war klarerweise wieder eine etwas düstere Angelegenheit – passend zum noch immer bewölkten, wenn auch nicht mehr ganz so regnerischen Himmel.

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