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Viel Felsen und ein Hallelujah

Nachdem sich die drei von mir konsultierten Wetterberichte nicht einig waren, ob heute oder morgen der schönste Tag der Woche werden sollte, habe ich mich im Zweifel für heute entschieden und die längste meiner geplanten Wanderungen in Angriff genommen: von Bad Goisern (wo ich einquartiert bin) auf den Predigtstuhl und weiter zur Hütteneckalm.

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Ewige Wand

Diese Wanderung ist laut meinem Wanderführer zwar lang, aber unschwierig und führt gleich zu Beginn stetig aufwärts, ohne dass es besonders anstrengend wird. Auf den ersten Metern des Anstiegs (noch im Ort) wäre ich fast geneigt gewesen zu widersprechen, doch dann habe ich rasch meinen Rhythmus gefunden, und den Weg durch dichten Wald mit moosbewachsenen Steinen am Wegesrand genossen. Nach etwa einer halben Stunde bin ich am Fuß der Ewigen Wand angekommen, die nicht etwa so heißt, weil sie schon "ewig" da steht(*), sondern weil sie sich "ewig" lang vom Trauntal hoch zum Predigtstuhl zieht. Um an dieser Wand entlanggehen zu können, wurde in den 1950ern ein Weg in den Felsen hineingesprengt – sehr imposant! Gleichzeitig hat man die ersten schönen Ausblicke auf Bad Goisern.

Leider führt dieser Weg aber nur am Fuß der Ewigen Wand vorbei – und um zum Predigtstuhl, meinem ersten Etappenziel zu kommen, muss man eben die Ewige Wand hinauf. Daher hat der Weg alsbald eine (sehr) spitze Kehre gemacht, und ist dann der Felswand nach oben gefolgt. Das war dann schon anstrengender, ist aber von immer besser werdenden Blicken hinunter ins Tal begleitet worden.

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Bad Goisern am Hallstättersee

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Zwerchwand

Oben am Predigtstuhl angekommen, ist die Aussicht naturgemäß überhaupt am besten. Dabei sieht man nicht nur Bad Goisern am Hallstättersee (samt letzterem), sondern auch die Gipfel in der Umgebung – viele davon in Wolken gehüllt; es war also eine gute Entscheidung, nicht zu hoch hinaus zu wollen.

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Roßmoosalm

Außerdem hat man vom Predigtstuhl auch schon meine nächsten Etappenziele erblickt: die Roßmoosalm, die Zwerchwand und die Hütteneckalm. Die Zwerchwand ist dabei besonders imposant, da sich dort im März 1982 ein gewaltiger Felssturz gelöst hat, den man sogar aus dieser Distanz gut erkennen konnte. Bevor ich den aber aus der Nähe begutachten konnte, musste ich noch (auf einem recht steilen Steig) zur Roßmoosalm absteigen.

Dort angekommen, bin ich gleich zur Zwerchwand weitermarschiert. Die Naturgewalten, die bei so einem Felssturz frei werden, werden durch die riesigen, hausgroßen Felsbrocken sehr anschaulich verdeutlicht  – ebenso wie durch die plötzlich im Nichts endende Forststraße.

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Zwerchwand

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Hütteneckalm

Kurz nach Durchquerung des Felssturzgebiets habe ich die Hütteneckalm erreicht. Diesmal habe ich mich wirklich schon aufs Einkehren gefreut – doch auch diesmal habe ich leider den Ruhetag erwischt! So musste ich mit meiner mitgebrachten Jause und meinem restlichen Wasservorrat das Auslangen finden.

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Kriemoosalm

Von dort aus ging es aber gottseidank ohnehin nur noch bergab – und aufgrund des Verlaufs des Wanderwegs über Almen und Forststraßen, mit immer wieder eingestreuten Abkürzungen durch den Wald, war der Weg zwar recht idyllisch, aber nicht mehr so spektakulär wie der Hinweg. Dementsprechend schnell war ich wieder unten im Tal. Die letzte Abkürzung war dabei übrigens als Dollfuss-Weg ausgeschildert – hierzulande hält man halt noch die Erinnerung an den Ständestaat hoch!


(*) In Menschenzeitaltern gerechnet mag das wohl beinahe stimmen; in geologischen Zeitaltern gerechnet wäre ich mir da nicht so sicher.

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