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Neapel sehen und (nicht) sterben

Den heutigen Staatsfeiertag habe ich für ein verlängertes Wochenende in Süditalien – genauer gesagt: in und um Neapel – genützt. Dabei habe ich mich bewusst für eine An- und Abreise per Bahn entschieden, schließlich fliege ich genug in der Weltgeschichte herum – die italienische Bahn macht es einem aber nicht einfach.

Mein Nachtzug nach Rom ist nämlich in Padua hängengeblieben: eine schadhafte Lok und kein Ersatz aufzutreiben. Wir wurden dann (schon mit über zwei Stunden Verspätung) in einen anderen Zug verfrachtet – eigentlich ein Wunder, dass sie dort alle Passagiere des Nachtzugs unterbringen konnten. Immerhin muss man der italienischen Bahn zugute halten, dass sie bestmöglich versucht haben, sich um uns zu kümmern: Während wir um unser Frühstück im Nachtzug umgefallen sind, weil der österreichische Zugbegleiter anscheinend nicht imstande war so stante pede für alle Passagiere das Frühstück auszuteilen, haben wir im Ersatzzug recht schnell eine Flasche Wasser und ein paar Kekse bekommen. In Florenz haben sie dann anscheinend Fresspakete eingeladen, denn kurz danach wurden solche unter den Nachtzugpassagieren verteilt.

Nachdem unser Ersatzzug immerhin ein Hochgeschwindigkeitszug war, haben wir einen Teil der Verspätung wieder aufgeholt – allerdings zu wenig, um meinen Anschlusszug in Rom zu erreichen: Wäre der Ersatzzug selbst nach Fahrplan gefahren, hätte ich ja noch entspannte zwei Minuten zum Umsteigen gehabt, aber so war der Zug seit fünf Minuten weg (denn der war natürlich pünktlich). Wir wären aber nicht Italien, wenn mein (an sich zuggebundenes Billig-)Ticket angesichts der Umstände nicht auch für den Folgezug akzeptiert worden wäre – der allerdings natürlich wieder Verspätung hatte.

Schlussendlich habe ich es aber doch noch nach Neapel geschafft, und mich nach dem Einchecken in der Jugendherberge auf Erkundungstour begeben. Den Anfang hat das Kloster Santa Chiara gemacht, dessen Kreuzgang mit schönen Fresken und dessen Innenhof mit bunten Säulen und bemalten Fliesen an den niedrigen Mauern verziert ist. Ich fand letztere ja ganz hübsch; eine andere österreichische Touristin war nicht ganz so überzeugt: Des schaut alles aus wie billig tapeziert!

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Kloster Santa Chiara

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Piazza Dante

Danach bin ich weiter kreuz und quer durch die Altstadt geschlendert, nachdem ich mich mit einer original neapolitanischen Pizza gestärkt habe (was gar nicht so einfach ist wie man glauben möchte, denn es mangelt zwar nicht an Pizzerien, aber auch nicht an Kundschaft derselben). Meinen Favoriten, die Kapelle San Severo, kann ich hier leider nicht zeigen, da dort Fotografieren verboten war. Die unglaublich realistische Marmorskulptur eines von einem Tuch bedeckten toten Jesus Christus war echt beeindruckend – selbst die Marmorpolster haben weich und kuschelig ausgeschaut.

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Krippenfiguren

Bemerkenswert waren auch die vielen zum Verkauf stehenden Krippen samt Figuren in der "Krippenstraße" San Gregorio Armeno – man kann auf jeden Fall nicht behaupten, dass sie nicht für jeden Geschmack die passende Figur hätten.

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Mosaik über dem Baptisterium

Den Abschluss meines Spaziergangs durch die Altstadt hat der (ebenfalls sehr imposante) Dom gebildet, der einige schöne Mosaike, allen voran an der Decke über dem Baptisterium, zu bieten hat.

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Dom

Nachdem das Wetter im Laufe des Nachmittags immer besser geworden ist, habe ich mich danach noch schnell auf den Weg zur Burg Sant’Elmo gemacht, die über der Stadt thront, und von der man naturgemäß einen schönen Blick auf Stadt (und Meeresbucht) hat (siehe Titelbild) – ein schöner Abschluss meines Neapel-Nachmittags.

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