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Mosaike en masse

Heute war schon wieder ein Fahrtag: Es beginnt nun die „S-Woche“, denn die nächsten vier Nächte werde ich in Santa Venerina am Fuße des Ätna verbringen. Unterwegs habe ich aber noch an zwei Stationen Halt gemacht: bei der Villa Romana del Casale und in Enna.

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"Kleine Jagd"

Die Villa Romana del Casale stammt aus der Römerzeit, genauer gesagt (vermutlich) aus dem 4. Jahrhundert. Das besondere an ihr ist, dass der Boden praktisch jeden Raums mit Mosaiken verziert worden ist. Bei den Zimmern, die für die Dienstboten vorgesehen waren, mag das „nur“ ein geometrisches Muster gewesen sein, aber bei den Herrschaftszimmern waren das sehr detaillierte bildliche Darstellungen, teilweise von alltägliche Szenen, aber auch von Heldensagen oder Göttern.

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"Gang der großen Jagd"

Zu den bekanntesten Mosaiken gehören die „Kleine Jagd“, der „Gang der großen Jagd“ und die „Bikinimädchen“. Bei der „Kleinen Jagd“ handelt es sich um ein Mosaik, das (wenig überraschend) einige Jagdszenen darstellt, angeordnet um ein zentrales Essenszelt samt Lagerfeuer.

Der „Gang der großen Jagd“ stellt hingegen eigentlich keine Jagd (im Sinne von Tötung der Tiere) dar, sondern ein Einfangen von (vor allem exotischen) Tieren, wie etwa eines Elefanten, eines Leoparden, eines Nashorns oder eines Tigers. Wo der Name aber recht hat ist beim Aspekt „Gang“: Das Mosaik zieht sich praktisch über die gesamte Breite des Hauses einen Gang entlang – insgesamt über 65 Meter!

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"Gang der großen Jagd" (Detail)

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"Wagenrennen der Kinder"

Die „Bikinimädchen“ sind schlussendlich eigentlich Sportlerinnen, die zur Sportausübung halt Bikini-ähnliche Kleidung tragen. Doch auch etwa die Darstellung von Wagenrennen konnte ich beobachten – sogar eher ungewöhnlichere, nämlich mit Kindern als Kutschern und Vögeln als Zugtiere. Dabei symbolisiert anscheinend jedes der Tierpaare eine der vier Jahreszeiten.

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"Bikinimädchen"

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Herkules und Dionysos

Dieses Thema der vier Jahreszeiten wurde immer wieder in unterschiedlichen Mosaiken aufgegriffen. Auch dem Thema „Jagd“ (bzw. Tiere) bin ich immer wieder begegnet: Beispielsweise war der Boden rund ums Peristyl, also rund um den Hof, durch eine Doppelreihe von mit Lorbeergirlanden gesäumten Tierköpfen verziert.

Trotz dieser wiederkehrenden Themen war die Vielfalt (und der Erhaltungsgrad!) der Mosaike insgesamt aber wahrlich beeindruckend. Jedes Mal, als ich der Meinung war, dass ich meine Erwartungen nun ungefähr justiert hätte, wurde ich durch den nächsten Raum noch einmal überrascht und in den Bann gezogen – da hat sich die (recht mühselige) Anreise wahrlich gelohnt!

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Gang im Peristyl

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Cubiculum (Schlafzimmer)

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Blick vom Rocca di Cerere auf Enna

Weil ich danach noch Zeit hatte, bevor ich in mein nächstes Quartier weiterfahren konnte, habe ich dann noch im Städtchen Enna vorbeigeschaut. Wie schon Erice liegt auch diese Ortschaft ganz oben auf einem (nicht ganz so steilen) Hügel und dominiert damit die Umgebung. Allerdings konnte ich vom Aussichtspunkt am Rocca di Cerere auch gleich die Nachbarortschaft Calascibetta erspähen, die eine ähnliche Lage aufweist – vielleicht ist das also sogar recht üblich hier in Sizilien?

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Castello di Lombardia

Die Altstadt selbst war dann aber nicht ganz so idyllisch wie jene von Erice – den Dom fand ich jedoch recht hübsch. Abgesehen davon habe ich mich jedoch eher an der Aussicht ergötzt, und abschließend sogar noch den Ruinen des Castello di Lombardia einen Besuch abgestattet. Dort kann man nämlich den Torre Pisana erklimmen, der (ganz untypisch für Sizilien) tatsächlich noch einmal eine tolle Aussicht auf Stadt und Umgebung geboten hat.

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Dom von Enna


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Blick vom Castello di Lombardia auf Enna und Calascibetta

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