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Die Ruinen von Herculaneum

Eigentlich wollte ich heute ja die Halbinsel von Sorrent erkunden, aber da hat das Wetter leider nicht mitgespielt: Es hat geschüttet. Nachdem zumindest für den Vormittag die Wettervorhersage für den nördlichen Golf von Neapel etwas besser war, habe ich mich stattdessen für einen Besuch der Ruinen von Herculaneum entschieden.

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Holztür und -balken

Leider hat das Wetter selbst diese Vorhersage nicht gelesen; bald hat es auch in Herculaneum geschüttet. Ich habe mir trotzdem die sehr faszinierenden Ruinen angeschaut: Nachdem diese Stadt im Gegensatz zu Pompeji nicht von Asche, sondern von einer Schlammlawine bedeckt wurde, sind selbst organische Materialien wie Holz teilweise konserviert worden. Auch die Häuser selbst sind (zumindest teilweise) besser erhalten als jene in Pompeji, und auch hier gibt es wieder Fresken und Mosaike zu bestaunen.

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Priesterkolleg der Augustalen

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Mosaik des Neptun und der Amphitrite

Besonders beeindruckend war ein nahezu komplett erhaltenes Holzboot, das erst vor kurzem am ehemaligen Strand entdeckt wurde. Viele Bewohner Herculaneums sind nämlich dorthin geflohen, möglicherweise in der Hoffnung auf Rettung von der See aus – vergeblich, wie die vielen dort gefundenen Skelette belegen.

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Lebensmittelladen

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Holzboot

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Farnesischer Stier

Den Nachmittag habe ich dann in Neapel verbracht, und auch wenn der Regen dann schon aufgehört hatte, habe ich mich nach drinnen verkrochen, und mir das Archäologische Nationalmuseum angesehen. Diese beherbergt viele Schätze: Das Erdgeschoss ist größtenteils den Farnesischen Sammlungen gewidmet, die von der Familie Farnese (angeführt von Papst Paul III., einem gebürtigen Farnese) zusammengetragen wurde. Dazu gehören zahlreiche griechische römische Skulpturen – teilweise nur in Kopie, allerdings als Kopie einer vorchristlichen Statue geschaffen im ersten oder zweiten Jahrhundert nach Christi. Eines der bekanntesten Werke ist der überlebensgroße "Farnesische Stier".

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Alexandermosaik

Im Mezzanin findet man zahlreiche (Original-)Mosaike aus Pompeji und Herculaneum, darunter das berühmte Alexandermosaik aus dem Haus des Fauns in Pompeji, das Alexander den Großen in der Schlacht zeigt, und aus etwa einer Million Mosaiksteinen besteht. Doch auch die kleineren Mosaike sind wahrlich prachtvoll – mein persönliches Highlight dieses Museumsbesuchs.

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Pan mit Ziege

Auf demselben Stock befindet sich auch das Gabinetto Segreto, das Geheime Kabinett, in dem die erotischen Malereien, Statuen und dergleichen ausgestellt werden. Der Name dieses Abschnitts kommt daher, dass es für lange Zeit nur eingeschränkt zugänglich war, denn man könnte sich ja an den teilweise expliziten Darstellungen stoßen. Hat man aber zum Beispiel schon einmal einige griechische Vasen gesehen, so kann einen nur wenig dort überraschen – einzig einen lüsternden Pan, der sich mit einer weiblichen Ziege vergnügt, bekommt man sonst eher selten zu sehen.

Im obersten Stock sind schließlich weitere Statuen, Vasen und andere Fundstücke aus der Umgebung des Vesuv ausgestellt. Dazwischen findet sich immer wieder eine leicht angesengt wirkende, moderne Kopie: Im Februar dieses Jahres hat nämlich ein chinesischer Performancekünstler diese Kopien angefertigt, im Amphitheater von Pompeji versammelt, mit Feuerwerkskörpern umgeben, und letztere dann abgefackelt. So sind seine Werke aus Feuerwerk auf Gips/Ton/Leinwand/etc. nun schon zu seinen Lebzeiten in einem der bedeutendsten Archäologiemuseen der Welt zu sehen – das muss ihm auch erst einmal jemand nachmachen.

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