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Wandern in Wagrain

Mitte der Woche hatte ich einen zweitägigen Workshop in Wagrain. Was liegt da näher als das Wochenende auch noch dort zu verbringen?

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Blick vom Öbristkopf auf Wagrain

Nachdem mein Workshop bereits am Donnerstag am frühen Nachmittag geendet hat, bin ich schon unmittelbar danach zu einer kurzen Wanderung rund um den Öbristkopf, ein Hügel nördlich des Ortes, aufgebrochen. Großteils auf Forstwegen unterwegs, habe ich den Gipfel einmal umrundet und die ersten Blicke auf Wagrain von oben genossen.

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Grafenbergbahn

Der richtig schöne Ausblick war dann am Freitag an der Reihe: Ich bin mit der Gondelbahn auf den rund 1000 Höhenmeter über dem Ort thronenden Grafenberg gefahren. Von dort hat mich ein Wanderweg in wechselndem Auf und Ab (zuletzt in ziemlich steilem Auf) auf die knapp über 2000 Meter hohe Gabel (auch Kitzstein genannt) geführt, von wo aus man einen grandiosen Rundblick über alle Bergketten der Umgebung hat.

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Ausblick vom Kitzstein

Leider hat bereits kurz nach Beginn des Abstiegs vom Gipfel mein rechtes Knie ziemlich zu schmerzen begonnen, sodass bald klar war, dass an den geplanten Abstieg ins rund 1000 Höhenmeter tiefer gelegene Kleinarl nicht zu denken ist. Stattdessen habe ich kehrt gemacht, um wieder zur nur rund 300 Höhenmeter (plus Auf und Ab) tiefer gelegenen Gondelbahn zurückzukehren.

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Auhofalmsattel

Leider muss ich zugeben, dass ich die Knieprobleme wohl leichtfertig in Kauf genommen habe: Bereits in der Früh habe ich nämlich gemerkt, dass sich die Sohle meines rechten Wanderschuhs an jenen Stellen, die nicht in Lesotho genäht worden sind, zu lösen beginnt. Allerdings war ich der Ansicht, dass es erstens nicht so schlimm sei, und es zweitens (bedingt durch die vorhandenen Nähte) gar nicht weiter reißen könne. Mit beiden Annahmen hatte ich wohl Unrecht, denn beim Abstieg hat sich die Sohle plötzlich mit einem kleinen "Ratsch" und darauffolgend mit einem rhythmischen "Flap-Flap" bemerkbar gemacht.

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Blick vom Sonntagskogel

Immerhin war der steile Abstieg in Richtung Gondelbahn (ebenso wie der Gegenanstieg) für mein Knie verträglicher als der graduelle Abstieg in Richtung Kleinarl, sodass ich (nach notdürftiger Reparatur) noch einen Abstecher auf den Sonntagskogel (auf vergleichbar steilem Weg) gemacht habe, von wo aus man zumindest nach Norden einen ähnlich guten Ausblick wie von der Gabel hat. Faule und/oder Eilige mögen sich also mit diesem Gipfel zufrieden geben.

Leider bin ich so aber nicht dem langen, graduell abfallenden Wegstück danach entkommen, das sich als wahres Gift für mein Knie entpuppt hat. So habe ich unterwegs beim Abenteuerspielplatz eine kurze Pause in einer der Plastik-Hängematten eingelegt und war heilfroh, als der Weg endlich wieder angestiegen ist.

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Grafenberg

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Goasslschnalzer

Am Abend war dann jedoch selbst der kurze Weg vom Hügel, auf dem meiner Pension steht, ins Ortszentrum eine Qual, sodass am folgenden Tag an eine Wanderung nicht zu denken war. Immerhin hat gerade das "Bauernfest"-Festival stattgefunden, bei dem nicht nur mir bisher unbekannte traditionelle Tätigkeiten wie das "Bengeln"(*) vorgestellt wurden, sondern bei dem im Rahmen des Almabtriebs auch von jungen Burschen Peitschen geschwungen und Kühe durchs Dorf getrieben wurden.

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Almabtrieb

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Kleinarlbach

An meinem heutigen letzten Tag habe ich eine Wanderung von Wagrain zum Jägersee in Angriff genommen  – fast durchwegs bergauf, und daher schonender für mein Knie, mit einer Rückfahrmöglichkeit per Bus. Der Jägersee hat sich dabei als sehr idyllischer, wenn auch touristisch sehr beliebter Alpensee herausgestellt. So bin ich wenigstens trotz meiner Wehwehchen nochmals in den Genuss eines typischen Alpenpanoramas gekommen.

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Jägersee


(*) mit Holzstangen (auf) Stroh (ein)dreschen

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