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Das Tor zum Dachstein

Nachdem das Wetter heute wieder trocken und recht sonnig, aber nicht übermäßig warm werden sollte, war es Zeit für meinen ersten reinen Wandertag: Ich habe mich dabei für die Runde übers sogenannte Tor an der Dachstein-Südwand entschieden.

Dabei bin ich anfangs vor der schweren Entscheidung gestanden, wo ich meine Wanderung beginnen soll. Die meisten Beschreibungen schildern sie ab einem (sehr) kleinen Parkplatz entlang der Dachstein-Mautstraße (die mit 20,– Euro nicht gerade billig ist). Mein Wanderführer schlägt einen Start an einem (größeren) Parkplatz entlang der Bundesstraße vor, aber da kommen zu den knapp 1000 Höhenmetern nochmal rund 300 dazu. Meine Entscheidung war schlussendlich eine recht spontane: Als ich an letzterem Parkplatz vorbeigefahren bin, und dort noch Platz war, bin ich kurzerhand stehengeblieben – und als dann noch gerade ein Wanderer-Shuttle losgefahren ist, das einen die Forststraße ein Stückchen nach oben bringt, womit ich mir ziemlich genau die extra 300 Höhenmeter sparen konnte, bin ich kurzerhand zugestiegen.

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Raucheck im Nebel

So war ich also recht schnell auf der Alm oben, ohne mich über die (recht fade) Forststraße quälen zu müssen. Der Shuttlefahrer hat uns dann noch auf einige Murmeltiere aufmerksam gemacht, die sich dort üblicherweise tummeln – und ich konnte tatsächlich ein paar entdecken. Ich habe es jedoch bei der Beobachtung aus der Ferne belassen, während andere Touristen es augenscheinlich für nötig befunden haben, die Murmeltiere mit Essen anzulocken. Daran wollte ich aber nicht teilhaben, also bin ich alsbald aufgebrochen.

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Torstein-Südwand

Nachdem dichte Nebelschwaden um die Gipfel gezogen sind, habe ich mir mit dem Aufstieg recht viel Zeit gelassen. Trotzdem habe ich in erster Linie das Schotterfeld, durch das der Weg über lange Strecken geführt hat, und die gelegentlichen Latschen zu sehen bekommen, aber kaum etwas von der umliegenden Bergwelt. Erst knapp unter dem höchsten Punkt der Tour, dem bereits erwähnten Tor, hat sich die Sonne mühsam durch den Nebel gekämpft – und da wurde erst klar, entlang welch imposanter, steiler Felswände ich da eigentlich unterwegs bin.

Die Ankunft am Tor war dann überhaupt überwältigend: Es trägt nämlich seinen Namen durchaus zu Recht, denn zwei steile Felswände begrenzen rechts und links den Blick hinunter ins Tal vor der Dachstein-Südwand. Anfangs haben im Tal noch die Wolken gewabbert, daher habe ich mir eine längere Pause gegönnt (die im Endeffekt über eine Stunde gedauert hat). Während dieser Stunde konnte ich langsam zusehen, wie der Nebel herumgezogen ist und sich schließlich verzogen hat – und das für einen erklecklichen Anteil der Zeit sogar vollkommen alleine. Erst kurz vor Mittag sind die ersten anderen Wanderer eingetrudelt (leider mit einem Wanderführer mit sehr lautem Organ als Vorhut).

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Blick vom Tor

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Aufstieg zum Tor


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Blick vom Tor

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Aufstieg zum Tor

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Tor

Schließlich habe ich mich aber an dem Ausblick sattgesehen, und bin wieder vom Tor über die anderer Seite abgestiegen. Dabei war ich zum ersten Mal froh, meine Wanderstecken dabei zu haben, denn der Weg war stellenweise dort sehr steil und (aufgrund der vielen losen Steine) auch recht rutschig. Gleichzeitig wird man von dem Blick auf die Dachstein-Südwand, die sich direkt vor einem erhebt, immer wieder abgelenkt. Das mag vielleicht auch die Ursache sein, dass es mich (später im Flachen!) dann auch auf den Hosenboden gesetzt hat – ich konnte auch im Nachhinein nicht genau feststellen, wo ich da jetzt ausgerutscht bin.

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Dachstein-Südwand vom Torboden

Bis auf einen leicht verletzten Stolz ist aber nichts passiert, und ich habe meinen Weg zur Südwandhütte fortgesetzt. Diese liegt (wie man sich vielleicht schon denken kann) direkt an der Dachstein-Südwand, und geizt daher auch nicht mit tollen Ausblicken. Nach einer kurzen Rast war es aber wieder an der Zeit, an den Abstieg zu denken. Selbst der war noch spektakulär, denn auch während des Abstiegs bekommt man immer wieder die imposante Dachstein-Südwand zu Gesicht.

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Dachstein-Südwand

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Dachstein-Südwand von der Dachsteinruhe

Schließlich bin ich nach rund sechseinhalb Stunden etwas erschöpft, aber glücklich wieder beim Auto angekommen – natürlich nicht ohne noch einen letzten Blick auf die Felsen des Dachstein-Massivs geworfen zu haben, denn ohne Wolken ist selbst von dort unten die Aussicht großartig.

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