[Foto]

Die größte und schönste aller griechischen Städte

Eine Stadt in Sizilien geht noch! Diese Stadt sollte (ob ihrer reichen Geschichte) auch wahrlich auf keinem Reiseplan eines (Ost-)Sizilien-Touristen fehlen: Syrakus.

[Foto]

Archimedes-Statue

Schon der römische Staatsmann Cicero hat diese Stadt gelobt: Das Zitat, das als Titel für diesen Blogbeitrag dient, stammt von ihm. Auch wenn die Stadt heute sogar weniger (!) Einwohner hat als in der Antike, so hat sie doch nach wie vor ihren Charme.

Das Herz der (Alt-)Stadt ist dabei die Insel Ortygia, wo sich vor über 2.700 Jahren die griechische Siedlung Συράκουσαι (Syrákusai) entwickelt hat. Diesbezüglich habe ich bei meinem Rundgang so einige Zeugnisse gefunden: Bereits beim Überqueren der Brücke vom Festland auf die Insel Ortygia bin ich auf die Statue eines berühmtesten Söhne dieser Stadt gestoßen, der hier vor rund 2.300 Jahren geboren wurde: Archimedes.

[Foto]

Apollontempel

Doch nicht nur Erinnerungen, auch Handfestes hat von der griechischen Geschichte der Stadt gezeugt: Nur wenige Gasse nach der erwähnten Brücke konnte ich die Überreste des Apollontempels in Augenschein nehmen. Zwar sind davon (bei weitem) nicht mehr so viel erhalten wie etwa vom Tempel in Segesta, aber man kann ihn eindeutig als griechischen Tempel erkennen.

[Foto]

Piazza Duomo Siracusa

Überraschenderweise haben sich sogar in der Kathedrale von Syrakus Spuren der griechischen Geschichte gefunden. In diese wurde nämlich praktisch ein griechischer Tempel integriert: Aus den Außenmauern stehen noch immer die (Überreste der) Säulen hervor, und auch die Trennwände zwischen Haupt- und Seitenschiffen stammen eigentlich vom griechischen Tempel.

[Foto]

[Foto]

Kathedrale von Syrakus

[Foto]

Castello Maniace

An der Südspitze der Insel habe ich dann Überreste aus einer anderen Epoche der Stadt, nämlich aus dem Mittelalter, erkundet: Die Festung Castello Maniace stammt ursprünglich aus dem 13. Jahrhundert. Im 17. Jahrhundert wurden jedoch die Obergeschoße abgetragen, und im Jahre 1704 zerstörte die Explosion einer Pulverkammer große Teile des Inneren. Anfang des 21. Jahrhunderts wurde die Festung jedoch wieder renoviert, und daher konnte ich unter anderem das schöne Kreuzrippengewölben des riesigen (und eigentlich einzigen) Saals bewundern.

[Foto]

[Foto]

Castello Maniace

[Foto]

Straße in Ortygia

Darüber hinaus bin ich einfach ziellos durch die engen Gassen der Altstadt geschlendert, habe die Insel ein Mal auf der Uferstraße umrundet, und diverse Palazzos (von außen) bestaunt.

Im Viertel Giudecca, dem ehemaligen Judenviertel, habe ich dann noch den Untergrund der Stadt (in drei verschiedenen Ebenen) im Rahmen einer halbstündigen Tour erkundet: Praktisch direkt unter der Kirche Chiesa di San Filippo Apostolo, wo die Tour begonnen hat, wurden im 16. Jahrhundert die Toten begraben. Weiter unten konnten wir einen kurzen Einblick in ein kilometerlanges (!) Gangsystem gewinnen, das (zumindest zum Teil) noch aus griechischer Zeit stammt, praktisch die gesamte Insel durchzogen hat, und im zweiten Weltkrieg zu Schutzbunkern umgebaut wurde. In der untersten Ebene, in 18 Meter Tiefe, konnten wir schließlich ein Mikveh, ein rituelles jüdisches Bad, sehen, das von (beeindruckend klarem) Grundwasser gespeist wird.

[Foto]

Dianabrunnen

[Foto]

Ortygia


[Foto]

Tunnelsystem unter Ortygia

[Foto]

Mikveh

Doch auch außerhalb der Insel Ortygia gibt es genug zu entdecken. Als erstes bin ich dabei jedoch über deutlich modernere Kirchen gestolpert, als ich es von meinen Stadtbesichtigungen in Sizilien gewohnt bin: Die Chiesa di San Tommaso Apostolo al Pantheon war sehr zylindrisch, und die Basilica Santuario Madonna delle Lacrime war sehr… nun ja: Beton.

[Foto]

Chiesa di San Tommaso Apostolo al Pantheon

[Foto]

Basilica Santuario Madonna delle Lacrime

[Foto]

Felsgräber

Diese Kirchen waren aber nicht mein eigentliches Ziel außerhalb der Altstadt, sondern der Parco Archeologico della Neapolis. Auch dort habe ich bereits unterwegs einen derzeit (?) für Besucher nicht zugänglichen Teil des Areals entdeckt, wo sich augenscheinlich einige alte Steingräber befunden haben – darunter (laut Google) auch das Grab des Archimedes!

[Foto]

Griechisches Theater

Eigentlich wollte ich aber das Teatro Greco sehen, das mit Platz für 15.000 (!) Zuseher eines der größten griechischen Theater der Welt war. Im Sommer wird es auch heutzutage noch für Aufführungen genützt – aber dann sind die Sitzreihen anscheinend mit einer Holzkonstruktion abgedeckt. So gesehen hatte ich Glück, dass die Aufführungen für heuer offensichtlich schon länger vorbei sind, denn so konnte ich die tatsächlichen Überreste des Theaters zu Gesicht bekommen.

[Foto]

Griechisches Theater

[Foto]

Latomie del Paradiso

[Foto]

Seilergrotte (Grotta dei Cordari)

Gleich daneben befindet sich Latomie del Paradiso, der Steinbruch des Paradieses. Dort haben schon die Griechen die Steine für ihre Gebäude abgebaut. Heute zeugen davon noch einige Höhlen, darunter das „Ohr des Dionysios“. Dabei handelt es sich eben nicht um eine natürliche Höhle, sondern es ist einfach das Loch, das durch den Abbau der Steine zurückgeblieben ist. Durch die Abbautechnik (von oben nach unten, immer breiter werdend) ist dabei zufällig eine (Art) Ohrform entstanden, wodurch die Höhle zu ihrem heutigen Namen gekommen ist.

[Foto]

[Foto]

Ohr des Dionysios

[Foto]

Römisches Amphitheater

Schließlich gab es auch noch ein römisches Amphitheater zu sehen – das zweitgrößte der Welt nach jenem von Verona (wenn auch in deutlich schlechterem Erhaltungszustand als letzteres).

Alles in allem war Syrakus jedenfalls ein würdiger Abschluss für meinen Sizilien-Aufenthalt – doch jetzt wartet schon die nächste Station auf mich!

[Foto]

[Foto]

Kathedrale von Syrakus (links) und Dianabrunnen (rechts) bei Nacht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert