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Tempel mit S(äulen)

Was die Unterkunft betrifft, so mag es eine „C-Woche“ sein, aber in den letzten beiden Tagen habe ich mich trotzdem Tempel(komplexe)n mit „S“ zugewandt: Segesta und Selinunt.

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Tempel von Segesta

Der Anziehungspunkt von Segesta ist der ausgezeichnet erhaltene (wenn auch nie vollendete) dorische Tempel. Nachdem ich gleich nach Öffnung des Areals dort war, konnte ich den Tempel nicht nur (fast) alleine, sondern auch noch im warmen Licht der Morgensonne genießen – ein tolles Erlebnis.

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Tempel von Segesta

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Agora

Im Vergleich dazu ist der Rest der Ausgrabungen von Segesta, die sich rund einen Kilometer entfernt am Nachbarhügel Monte Barbaro befinden, fast ein wenig abgefallen: Dass die Agora eine der schönsten hellenistischen Plätze im ganzen Mittelmeerraum gewesen ist, erschließt sich wohl nur den (geistigen) Augen der Archäologen. Von der Normannenfestung am Gipfel war leider auch nicht mehr viel übrig.

Das (recht gut erhaltene) Amphitheater fand ich wiederum auch als Laie sehr beeindruckend – auch wenn die Aussicht von den Zuschauerplätzen bis hin zum Golf von Castellammare ein wenig durch die doch recht prominente Autobahnbrücke getrübt wurde.

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Normannenfestung am Monte Barbaro

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Amphitheater

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Tempel E

Heute war ich dann aber ganz froh über (andere) Autobahnbrücken, denn die haben mich nach Selinunt gebracht, wo es weitere Tempel zu besichtigen gab. Weil die frühe Anreise am Vortag so gut funktioniert hat, war ich diesmal noch früher unterwegs um trotz der weiteren Anfahrt wieder pünktlich zu Beginn der Öffnungszeit vor Ort sein zu können. Wie sich herausgestellt hat, war der Andrang dort zwar nicht so groß (wohl weil Selinunt weiter weg von den „großen“ Touristenzielen Siziliens liegt als Segesta), aber die schöne Morgensonne hat mich trotzdem wieder entzückt.

Auch in Selinunt gibt es einen (scheinbar) gut erhaltenen Tempel zu besichtigen, den Tempel E (der vermutlich Hera gewidmet war). Allerdings wurde der Mitte des 20. Jahrhunderts aus den herumliegenden Bruchstücken wieder rekonstruiert. Diese Rekonstruktion ist heutzutage anscheinend recht umstritten, wohl nicht zuletzt deswegen, weil sie nicht mehr dem aktuellen Forschungsstand zu entsprechen scheint. Als Laie kann ich aber nur sagen: So ein (scheinbar intakter) Tempel macht schon was her!

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Tempel E

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Blick über Tempel F und G

Vor allem im Vergleich mit den benachbarten Tempeln F und G ist der Unterschied deutlich geworden: Von diesen beiden Tempeln waren nämlich nur noch wild durcheinander liegende Bruchstücke übrig. Vor allem Tempel G, vermutlich ein Zeus-Tempel, muss wahrlich imposant gewesen sein: Mit fast 50 Metern Breite und über 100 Metern Länge war er nämlich einer der größten griechischen Tempel überhaupt!

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Blick vom Tempel E zur Akropolis

Wie die Buchstaben der Tempel schon andeuten, waren diese drei Tempel aber nicht die einzigen in Selinunt: Wieder haben sich am benachbarten Hügel weitere Ausgrabungen befunden, diesmal von der ganzen Akropolis (Oberstadt), wo sich natürlich auch wieder viele Tempel befunden haben. Auch hier sind die meistens allerdings nur noch in Bruchstücken erhalten. Von einem Tempel, dem Tempel C, wurden (wieder im 20. Jahrhundert) allerdings einige Säulen der Nordseite wieder restauriert.

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Tempel O und A, mit Tempel C im Hintergrund

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Tempel C

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Tempel D

Doch nicht nur die Tempel sind beeindruckend: Die vielen Mauerreste von Wohngebäuden, die sich rund um die Tempel erstrecken, geben einen ungefähren Eindruck, wie groß die Stadt schon in der Antike gewesen sein muss. Historiker halten anscheinend bis zu 30.000 (!) Einwohner für möglich.

Dementsprechend gibt es für Archäologen wohl auch heutzutage noch viel zu entdecken: Auf dem Weg zu dem etwas abseits gelegenen Heiligtum der Demeter Malophoros bin ich an einer Ausgrabung vorbeigekommen, an der aktiv gearbeitet wurde.

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Küste westlich von Selinunt

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Heiligtum der Demeter Malophoros

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Ausstellungsstücke im Museum Baglio Florio

Schließlich habe ich noch dem lokalen Museum Baglio Florio einen Besuch abgestattet. Dieses hat einige Funde (wie Vasen, Schüsseln und andere kleine Gegenstände) gezeigt, die bei den Ausgrabungen in Selinunt gefunden wurden. Für die ganz großen Schätze (wie etwa die Metopen, d.h. die kunstvollen Reliefdarstellungen von den Tempelportalen) muss man aber ins Archäologisches Regionalmuseum von Palermo – vielleicht etwas für meinen nächsten Sizilien-Urlaub!

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Scala dei Turchi

Der Rest des Tages war dann ein Fahrtag, denn meine „C-Woche“ geht nun zu Ende. Unterwegs habe ich aber noch bei der Scala dei Turchi, der „Treppe der Türken“, Halt gemacht. Dabei handelt es sich um eine weiße, stufenartige Felsformation – zwar kein Tempel, aber (zumindest im Italienischen) auch mit „S“ (und auch ganz hübsch)!

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