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Ein Tag (und ein bissl was) in Valletta

Nachdem ich die letzten Tage schon vor den Toren von Valletta übernachtet und von dort die Insel erkundet habe, war es heute endlich an der Zeit, auch der maltesischen Hauptstadt einen Tag zu widmen.

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Parlamentsgebäude

Stundenweise habe ich das ohnehin schon in der vergangenen Tagen gemacht, etwa wenn ich etwas früher als geplant von meinen Ausflügen zurückgekommen bin. Meist bin ich dabei einfach ziellos durch die Straßen geschlendert und habe mich an bekannten Sehenswürdigkeiten wie dem (recht modernen) Parlamentsgebäude, vielleicht etwas weniger bekannteren Kirchen, und den hier allgegenwärtigen traditionellen maltesischen Balkonen erfreut.

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Pjazza Indipendenza

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Traditionelle maltesische Balkone

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St. John's Co-Cathedral

Auch den gestrigen Vormittag habe ich in der Stadt verbracht, denn ich wollte unbedingt eine der Sehenswürdigkeiten Vallettas besuchen – und die hätte heute geschlossen gehabt: die St. John’s Co-Cathedral. (*)

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St. John's Co-Cathedral

Dabei handelt es sich um die Kirche des Order of Saint John (d.h. des Malteserordens), die von außen recht schlicht wirkt, innen aber vor Prunk fast übergeht: Die Wände sind alle mit goldfarbenen Schnitzereien verziert, und der Fußboden besteht nahezu ausschließlich aus marmornen Grabsteinen mit detailliert ausgearbeiteten Verzierungen – wie schon in der Kathedrale St. Paul in Rabat. Die Großmeister des Ordens aus der Zeit der Kirchengründung haben aber nicht nur einen solchen profanen Grabstein bekommen, sondern liegen in der (ebenfalls kunstvoll dekorierten) Krypta.

Außerdem hat die Kirche einige bedeutende Kunstwerke zu bieten, zum Beispiel das Gemälde „Die Enthauptung Johannes des Täufers“ von Caravaggio. Dieser hat nämlich einige Zeit in Malta gelebt, und war sogar Mitglied des Ordens, wie ich in einem (sehr gut gemachten) Kurzfilm in der Kathedrale erfahren konnte.

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Chapel of the Langue of Germany

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Caravaggio: "Die Enthauptung Johannes des Täufers"


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Grabstein in der St. John's Co-Cathedral

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Krypta

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Großmeisterpalast

Nachdem ich beim Besuch der Kathedrale gemerkt habe, wie wichtig es ist, gleich bei (oder noch besser: kurz vor) Beginn der Öffnungszeit vor Ort zu sein, habe ich das heute beim nächsten (wie ich meine) Fixpunkt auf der Touristen-Agenda wiederholt: dem Großmeisterpalast. Dass dort seit heute die Winteröffnungszeiten gegolten haben, und er daher bereits eine Stunde früher als noch am Vortag geöffnet hatte, dürfte nicht nur ich übersehen habe – auf jeden Fall war erfreulich wenig los.

Auch beim Großmeisterpalast ist die Oppulenz mehr im Inneren gesteckt: Bereits im ersten Saal, der Waffensammlung, war ich ein wenig erschlagen ob der Fülle der Exponate – dabei sind heutzutage viel weniger Waffen und Rüstungen im Besitz des Ordens als zu seiner Hochblüte! Auch die Räumlichkeiten sind reich dekoriert, sei es durch Wand- oder Deckegemälde, Wandteppiche – oder durch eine Reihe von Ritterrüstungen, die im Korridor einfach so Spalier stehen.

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Waffensammlung

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Paraderüstung von Großmeister Alof de Wignacourt


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Korridor im Großmeisterpalast

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Wandteppiche

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Upper Barrakka Gardens

Nachdem ich also der Meinung war, dass ich in der Früh mehr Zeit hatte, habe ich vor meinem Besuch im Großmeisterpalast noch ein paar Gärten der Stadt „abgegrast“: Den Anfang haben die Upper Barrakka Gardens gemacht, die ich heute früh endlich einmal ohne Touristen fotografieren konnte. Ansonsten wimmelt es dort nämlich nur so von Leuten – insbesondere um 12:00 Uhr und um 16:00 Uhr (außer sonntags), wenn ein Salutschuss von der darunter liegenden Saluting Battery abgegeben wird. Aber auch ohne solche ein Spektakel sind allein die Ausblicke auf die Three Cities wohl Anziehungspunkt genug.

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Upper Barrakka Gardens

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Blick über den Grand Harbour

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Ausblick von den Lower Barrakka Gardens

Die Lower Barrakka Gardens befinden sich überraschenderweise fast am anderen Ende der Stadt. Auch von dort hat man einen schönen Blick hinüber auf die andere Seite des Grand Harbour – nur der Garten selbst war nicht ganz so idyllisch, weil nämlich Baustelle.

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Dachgarten vom Valletta Design Cluster

Idyllischer, aber dafür mit weniger Aussicht war wiederum der Dachgarten vom Valletta Design Cluster, der erfreulicherweise gratis zugänglich war. Die Sitzgelegenheiten dort haben zwar nicht nur wegen der regennassen Sitzfläche weniger einladend gewirkt, aber wenn man einen Polster mitbringt, könnte man dort vielleicht tatsächlich eine ruhige Pause genießen.

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Ausblick vom Hastings Garden über Marsamxett Harbour

Der Abschluss im Gartenreigen war für mich eigentlich der Anfang: Bereits am Vortag (vor dem Besuch der ) war ich nämlich im Hastings Garden auf der anderen Seite der Stadt unterwegs, von wo aus man einen tollen Blick auf den Marsamxett Harbour und die dahinter liegenden Städte Ta‘ Xbiex, Gżira und Sliema hat.

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Fort St Elmo

Nach dem Besuch des Großmeisterpalasts war für mich ein anderes Bauwerk aus der Zeit des Ritterordens an der Reihe: das Fort St Elmo. Dieses wurde kurz vor der hiesigen „Türkenbelagerung“ Mitte des 16. Jahrhunderts errichtet, und hat den Osmanen damals viel Kopfzerbrechen bereitet. Heute bin ich mit meinem Eintrittsticket (fast) problemlos hineingekommen. (**)

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Fort St Elmo

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Piazza D'Armi

Allerdings dürfte es hier ein Naturgesetz sein, dass es beim Besuch einer Festung regnen muss, dann alsbald ist wieder ein Platzregen niedergegangen, und ich hatte zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden nasse Füße. Immerhin ist bald wieder die Sonnen zum Vorschein gekommen, und hat auf dem regennassen Boden des im Zentrum der Festung gelegenen Piazza D’Armi großartige Spiegelungen hervorgebracht.

Im in den umliegenden Gebäuden untergebrachten National War Museum habe ich wiederum viel über die Belagerung Maltas im Jahre 1565 und die Bedeutung Maltas im Zweiten Weltkrieg gelernt, darunter in einer (ausgezeichnet gemachten) Multimedia-Show im alten Kavalier, der erhöhten Geschützstellung an der Spitze der Festung. Von dort hatte ich auch einen schönen Blick auf das Lower Fort St Elmo (das augenscheinlich noch nicht renoviert wurde) und den dahinter liegenden Marsamxett Harbour.

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Fort St Elmo

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Blick übers Lower Fort St Elmo und den Marsamxett Harbour

Abschließend habe ich noch das Nonnenkloster St. Catherine’s besucht, das unter dem Namen Mysterium Fidei als Museum zugänglich gemacht wurde (auch wenn es noch immer in Betrieb ist). Der begrünte Innenhof des Klosters war dabei recht idyllisch, aber die Lebensumstände der Nonnen, die angeblich vor gar nicht allzu langer Zeit noch in den gezeigten Räumlichkeiten gelebt haben, war doch sehr asketisch.

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St. Catherine’s Monastery

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Zimmer einer Nonne

Danach hat es aber auch für mich geheißen, mich wieder dem Ernst des Lebens zu stellen: Ab morgen bin ich wieder zurück in der Arbeit ̫ auch wenn ich Malta noch nicht ganz Lebewohl sagen muss.


(*) Und so nebenbei habe ich dabei auch den gestrigen Regenguss verpasst – zumindest den am Vormittag.

(**) Anscheinend wird der von mir genutzte „Multisite Pass“ so wenig verwendet, dass sie kein genaues Prozedere für den Umgang damit haben: Beim Drehkreuz konnte ich ihn nicht direkt scannen (wie ein vor Ort gekauftes Ticket), sondern ich musste drinnen beim Ticketschalter die Nummer meines Passes bekanntgeben, damit sie von dort dann nach draußen funken konnten, dass ich durchgelassen werden sollte – nur wann dann niemand beim Drehkreuz, weshalb ich mich einfach selbst hineingelassen habe. Genau da ist dann aber doch eine Wärterin aus ihrem Häuschen hervorgekommen und hat mich scharf zurechtgewiesen, dass ich ein Ticket brauche. Ich musste ihr dann nochmals erklären, was ich nicht eh schon alles für einen „erlaubten“ Eintritt unternommen habe, bevor sie selbst dann per Funk die Bestätigung dafür eingeholt und mich dann doch eingelassen hat.

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