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G’rad(t) an der Grenze

Die letzten beiden Tagen habe ich zwar im Kleinwalsertal verbracht, bin aber oft direkt an der Grenze zu Deutschland gewandelt (bzw. gewandert): Diese verläuft nämlich genau den Berggrat entlang, um den sich die Wanderungen der letzten beiden Tage gedreht haben.

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Oberstdorfer Stillachtal

Am ersten Tag habe ich die Söllereckbahn (bereits auf deutschem Staatsgebiet) auf 1.360 Meter Seehöhe genommen, und bin von dort über die Sölleralpe auf einen Pass knapp unterhalb des Söllereck-Gipfels aufgestiegen. Unterwegs habe ich dabei ins Oberstdorfer Stillachtal hinab- und auf die Bergketten dahinter hinübergeblickt.

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Blick übers Söllereck in den Allgäu

Ab dem Pass ist der Wanderweg dann dem Berggrat (und damit, wie oben erwähnt, der Grenze zwischen Deutschland und Österreich) gefolgt. Dementsprechend gab es dort auch wieder Bänke zum Ausrasten – eben auf der rechten, österreichischen Seite (wie ich ja auch schon beim Wanderweg entlang der Breitach bemerkt habe). Nach dem (auch ob der hohen Temperaturen) etwas anstrengenden Aufstieg war eine kleine Pause auf so einem Bänkchen im Schatten eines Baumes nämlich durchaus willkommen.

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Blick ins Kleinwalsertal

Ein wenig ist es dann noch weiter hinaufgegangen, doch mit Erreichen des Gipfels des Schlappoltecks war der gröbste Anstieg geschafft. Ab diesem Zeitpunkt ist es in stetigem Auf und Ab von Gipfel zu Gipfel weitergangen. Dabei konnte ich auch endlich die ersten Blicke ins Kleinwalsertal selbst genießen. Außerdem haben die Blumen entlang des Weges (wie auch schon am Hahnenkamm Reutte) des Wanderers Herz erfreut.

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Gratwanderung zum Fellhorn

Dabei war ich aber leider nicht alleine: Je weiter ich den Grat entlanggewandert bin, desto mehr Wanderer sind mir entgegengekommen. Auf das Fellhorn, den dritten Gipfel in der Reihe, führt nämlich (von deutscher Seite) eine Seilbahn, die offensichtlich rege genutzt worden ist – durchaus verständlich, denn der Schlappoltsee (den ich von oben gesehen habe) neben der Mittelstation hat schon recht pittoresk ausgeschaut, und die Ausblicke vom Grat (bzw. dem Gipfel des Fellhorns selbst) waren eben auch nicht von schlechten Eltern.

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Schlappoltsee

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Ausblick vom Fellhorn

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Kanzelwand

Anscheinend sind die meisten Touristen aber in unmittelbarer Nähe der Seilbahn geblieben, denn im weiteren Verlauf des Weges zur Kanzelwand war dann wieder etwas weniger los – interessanterweise obwohl dort eigentlich auch eine Seilbahn hinaufführt, nur halt von österreichischer Seite. Vor dem Erreichen dieser Seilbahn habe ich noch einen schnellen Abstecher zum Aussichtspunkt „Roten Wand“ gemacht, der oberhalb eines kleinen Speichersees (mit dem hochtrabenden Namen „Riezler Alpsee“) an einer kleinen, steilen Klippe (und dementsprechend gutem Ausblick) über dem Kleinwalsertal liegt.

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Riezler Alpsee

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Blick zurück zum Fellhorn

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Blick von der Roten Wand ins Kleinwalsertal

Danach war bei mir aber (nach mittlerweile wieder über 900 Metern Höhendifferenz im Anstieg) die Luft draußen. Den eigentlichen Kanzelwandgipfel habe ich daher nicht mehr in Angriff genommen. Stattdessen habe ich mich auf der Terrasse der Seilbahn mit einem Eis in einen Liegestuhl gesetzt.

Ganz entgehen lassen wollte ich mir den Kanzelwandgipfel aber auch nicht. Daher bin ich am nächsten Tag einfach wieder mit der Seilbahn hinaufgefahren, und habe auch diesen Gipfel noch „erobert“.

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Blick vom Kanzelwandgipfel entlang des Berggrats gen Süden (links) und Norden (rechts)

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Blick von der Kuhgehrenspitze ins Kleinwalsertal

Diesen kurzen Abstecher habe ich dann mit einem recht weitläufigen Abstieg von der Kanzelwand zurück ins (Kleinwalser-)Tal verbunden. Zuerst ist es noch auf die Kuhgehrenspitze gegangen, die zwar rund 150 Meter niedriger ist als die Kanzelwand, aber dafür mehr ins Tal hineinragt, sodass man einen wirklich guten Blick bis zum Talschluss genießen kann.

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Blumenwiese

Dann hat mich der Weg oben entlang des Berghangs in ein Nebental, das Wildental geführt. Entlang des Weges haben wieder viele Alpenblumen geblüht, und am Ende des Tals war ein Wasserfall zu sehen. Leider habe ich erst zu spät realisiert, dass mich eine weitere Schleife noch näher zum Wasserfall hätte bringen können, aber da war ich bereits zu weit unten, sodass ich nicht erneut wieder aufsteigen wollte.

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Wildental

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Talschluss des Wildentals

Stattdessen bin ich gemütlich auf einer Schotterstraße aus dem Wildental hinausspaziert. Danach ist es auch noch ein Stückchen das Kleinwalsertal entlang gegangen, an Höfle und Hirschegg vorbei, bis ich wieder an meinem Ausgangspunkt, der Kanzelwandbahn in Riezlern, angekommen bin – gerade noch rechtzeitig vor dem nachmittäglichen Gewitter.

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Wanderweg aus dem Wildental

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Höfle

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