Für heute habe ich mir einige Ziele ausgesucht, bei denen ich bei keinem genau weiß, wie man es korrekt ausspricht – aber ich kann zumindest von meinen Erlebnissen dort berichten: Wied iż-Żurrieq, Ħaġar Qim, Mnajdra und Għar Lapsi.
Begonnen habe ich meinen Tag in Wied iż-Żurrieq an der Südwestküste Maltas, um die dortige Blue Grotto (Blaue Grotte) zu besuchen. Nach einem ersten Blick vom Aussichtspunkt auf die „Blue Wall“ (jene Felswand, wo sich auch die Blue Grotto befindet) bin ich gemütlich in den Hafen hinunter geschlendert – fast zu gemütlich, denn ich habe gerade noch den letzten Platz im ersten Boot des Tages ergattert (nachdem einem Pärchen vor mir schon beschieden worden ist, dass sie auf das nächste Boot warten sollen).
Die Blaue Grotte sollte dann nicht ganz an die Blaue Höhle auf Biševo herankommen, was aber vielleicht auch an dem zu dieser Jahreszeit schon flacheren Sonneneinfall liegen könnte. Wir haben aber auch noch einige andere kleine Höhlen und Felsvorsprünge in der Blue Wall erkundet, wo das Wasser kristallklar war, und tatsächlich in allen möglichen Blautönen geschimmert hat.
Als wir dann zurück in den (natürlichen) Hafen von Wied iż-Żurrieq gefahren sind, ist uns dann schon eine kleine Armada an Ausflugsbooten entgegen gekommen – es war wohl gut, dass ich das gleich zu Beginn des Tages gemacht habe.
Ich hätte danach ja noch gerne den Torri ta‘ Xutu, einen alten Wehr- und Wachturm, besucht, aber dazu hätte ich noch über eine halbe Stunde in dem winzigen Örtchen warten müssen – und auch Glück haben müssen, denn der Turm ist nur an den meisten Vormittagen
(*) geöffnet. So bin ich stattdessen in Richtung Ħaġar Qim marschiert, und habe von der Straße oberhalb des Ortes noch einmal einen schönen Blick auf den von einem Fluss geformten natürlichen Hafen werfen können.
Ħaġar Qim und Mnajdra sind zwei Ausgrabungsstätten, bei denen ich neolithische Tempel aus dem vierten vorchristlichen Jahrtausend (!) besichtigen konnte. Ħaġar Qim, die erste Ausgrabungsstätte, war dabei klar die Bedeutendere: Sie wurde auf einer kleinen Anhöhe errichtet, von der man gut die umgebende Landschaft überblicken kann, und der Tempel war (insbesondere für das Zeitalter seiner Entstehung) beeindruckend groß. Es handelte sich dabei um einen Tempel in megalithischer Bauweise, d.h. aus großen Steinblöcken – und zwar teilweise wirklich großen: Der größte war über sechs Meter lang, mit einer Masse von geschätzten 20 Tonnen!
Um nach Mnajdra zu gelangen, musste ich dann ein paar hundert Meter weiter den Hügel hinunter spazieren. Diese Anlage hat aus einer Gruppe von kleineren Tempeln bestanden, von denen drei noch (einigermaßen) gut erhalten sind. Besonders gefallen haben mir dort die zwar simplen, aber umfangreichen „gepunkteten“ Dekorationen im Inneren vom South Temple. Ebenso beeindruckend war es zu hören, dass dieser Tempel anscheinend auf die Äquinoktien ausgerichtet worden ist – und das vor über 5.000 Jahren!
Danach hat der spannende Teil des Tages begonnen: Ich habe nämlich nicht nur nicht gewusst, wie man mein Ziel (Għar Lapsi) genau ausspricht, sondern ebensowenig, wie ich genau dorthin komme. Der Weg über die Straße wäre zwar klar gewesen, aber auch ein ziemlicher Umweg. Vom Wanderweg entlang der Küste habe ich allerdings im Vorfeld gelesen, dass er einerseits schwer zu finden sei, und andererseits etwas Kletterei erfordere. Mit diesem Wissen und einer gehörigen Portion Optimismus bin ich also zum Ħamrija Tower, einem weiteren Wehr- und Wachturm marschiert – immerhin der war noch einfach zu finden!
Danach hat aber das Rätselraten schon begonnen: Zwar konnte ich den Beginn des Weges noch erkennen, allerdings war es mir ein Rätsel, wie er in weitere Folge die Felswand hinunterführen sollte. Um nicht irgendwo mitten in der Felswand hängen zu bleiben, habe ich also den Einstiegspunkt für einen zweiten Alternativweg gesucht, den ich zuvor recherchiert habe. Auch da war die Bezeichung „Weg“ vielleicht etwas gewagt, aber ich konnte immerhin (fast) bis hinunter (wo eindeutig ein Wanderweg erkennbar war) einen möglichen Pfad durch die Felsen erahnen. Also habe ich den Abstieg gewagt, und war dann auch schon nach nur wenigen Minuten unten am (recht gemütlichen) Wanderweg die Küste entlang.
Der weitere Küstenweg nach Għar Lapsi war dann ein Genuss: Ein (großteils) recht einfach zu verfolgender Weg(**) und tolle Blick auf die wilde Küste – und das praktisch ohne andere Touristen. Nur ein paar Kletterer konnte ich in den Felswänden über mir hören (und dann auch erspähen).
Dafür war dann mein eigentliches Ziel, Għar Lapsi, leider eine kleine Enttäuschung: Eigentlich sollte sich dort ein kleines natürliches Meeresschwimmbecken befinden. Stattdessen habe ich aber Baumaschinen vorgefunden, und der Meerzugang war komplett versperrt. Wie ich später zufälligerweise im Gespräch mit einem Einheimischen erfahren habe, hat ein Wintersturm den kleinen Fischerort anscheinend komplett verwüstet, und jetzt muss erst wieder alles hergerichtet werden.
So bin ich also um mein Bad im Meer umgefallen, und ich wusste im ersten Moment nicht so recht, was ich weiter unternehmen sollte. Schließlich habe ich mich entschieden, dem Weg entlang der Küste noch ein wenig zu folgen. Dieser sollte mich schließlich nämlich zu den mir schon bekannten Dingli Cliffs bringen.
Schon bei den Xaqqa Cliffs musste ich aber mit einem Problem Maltas Bekanntschaft machen, von dem ich zuvor schon gelesen hatte: Einige der hiesigen Wanderwege führen über privates Land, und da kann es dann schon einmal passieren, dass man plötzlich vor „Betreten verboten“-Schildern oder einem Zaun steht. In meinem Fall war das eine über den Weg gespannte Kette, die ich nicht so einfach überqueren wollte. Also habe ich schweren Herzens der Küste Lebewohl gesagt, und bin ins Landesinnere zur nächsten Bushaltestelle mit einem direkten Bus nach Valletta (wo sich mein Quartier befindet) marschiert.
Teilweise war dieser Marsch (entlang der Straße) etwas mühsam, aber ich habe auch noch Interessantes zu Gesicht bekommen, wie etwa ein Aquädukt (aus der Römerzeit?), das quer über einige Felder führt. Die Bushaltestelle war dann gleich ums Eck von der (überaus hübschen) Church Of St Nicholas in Siġġiewi – und damit habe ich schlussendlich noch einen (für mich) unaussprechlichen Ortnamen zur Liste meiner heutigen Ziele hinzugefügt.
![Blue Wall [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261029_083613-270x360.jpg)
![Bootstour entlang der Blue Wall [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261029_090412-360x270.jpg)
![Bootstour entlang der Blue Wall [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261029_090546-360x270.jpg)
![Bootstour entlang der Blue Wall [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261029_090817-360x270.jpg)
![Natürlicher Hafen von Wied iż-Żurrieq [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261029_092212-360x270.jpg)
![Torri ta' Xutu [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261029_084702-270x360.jpg)
![Blick zurück nach Wied iż-Żurrieq [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261029_093537-360x270.jpg)
![Ħaġar Qim [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261029_103716-360x270.jpg)
![Ħaġar Qim [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261029_104542-360x270.jpg)
![Ħaġar Qim [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261029_104554-360x270.jpg)
![East Temple [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261029_112608-360x270.jpg)
![South Temple [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261029_111400-360x270.jpg)
![South Temple [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261029_111631-360x270.jpg)
![Ħamrija Tower [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261029_113735-360x270.jpg)
![Küste nördlich von Mnajdra [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261029_120125-360x270.jpg)
![Küste nördlich von Mnajdra [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261029_121102-360x270.jpg)
![Küste nördlich von Mnajdra [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261029_122543-360x270.jpg)
![Għar Lapsi [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261029_123336-360x270.jpg)
![Küste bei Għar Lapsi [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261029_123510-360x270.jpg)
![Küste bei Għar Lapsi [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261029_123935-360x270.jpg)
![Xaqqa Cliffs [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261029_130526-360x270.jpg)
![Aquädukt über die Felder [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261029_133046-360x270.jpg)
![Church Of St Nicholas in Siġġiewi [Foto]](../../../../wp-content/uploads/2026/10/20261029_135327-360x270.jpg)