[Foto]

Travels in a Thin Country

Ja, ich gebe zu, den Titel habe ich von Sara Wheeler geklaut – aber er passt so gut auf das 4630 Kilometer lange, aber nur maximal 430 Kilometer breite Land Chile. Vom 7. bis 10. Jänner haben wir auch etwa 1400 Kilometer der Küste an Bord der Navimag-Fähre zurückgelegt. Vom 11. bis 14. Jänner waren wir dann zwar nur etwa 50 Kilometer unterwegs, das aber dafür zu Fuß am W-Trail im Torres del Paine Nationalpark.

An Bord der Navimag

[Foto]

Navimag

Während der Fahrt mit der Fähre hatten wir zum ersten Mal so richtig schlechtes Wetter – wir haben in den den vier Tagen kaum blauen Himmel gesehen, und es hat auch oft geregnet. An Bord war das aber gottseidank nicht so schlimm, und zu den (wenigen) interessanten Punkten der Reise war das Wetter gut genug für eine Besichtigung von Deck aus:

  1. Wir sind an dem Wrack eines gestrandeten Schiffes vorbei gefahren – ironischerweise nahe der tiefsten Stelle unseres Kurses.
  2. Am dritten Tag haben wir in Puerto Edén den einzigen Zwischenstopp auf unserer Route eingelegt. Selbst bei dem kurzen Aufenthalt hat man der 180-Seelen-Gemeinde mitten im Nirgendwo angesehen, warum sie Hafen und nicht etwa Garten Eden heißt.
  3. Extra für alle Touristen an Bord hat das Schiff auch einen Abstecher in einen Fjord zur Gletscherzunge von Pio XI, dem (flächenmässig) größten Gletscher Südamerikas gemacht.
  4. Schließlich haben wir beim Sobenes Pass den südlichsten Punkt unserer Route (52°10' Süd) erreicht.
  5. Kurz vor unserem Zielhafen Puerto Natales hat sich das Schiff dann noch durch die nur 80 Meter breite Engstelle der White Narrows geschlängelt.

Insgesamt gesehen war die Reise einmal eine gute Gelegenheit zum Entspannen zwischendurch, und (bis auf die zweite Nacht, die uns über den offenen Ozean geführt hat, was ich nur im Liegen wirklich vertragen habe) dank der Fahrt durch die Fjordlandschaft auch ohne die Gefahr von Seekrankheit.

Torres del Paine

Im Torres del Paine Nationalpark haben wir den "Klassiker", den sogenannten W-Trail, gemacht. Dieser hat den Namen deswegen bekommen, weil der Wanderweg eben auf der Karte wie ein "W" aussieht.

[Foto]

Los Cuernos

Bevor wir uns dem W-Trail gewidmet haben, waren wir jedoch noch am Grey-Gletscher zum Eistrekking. Sowohl das Eistrekking als auch der W-Trail selbst waren ein tolles Erlebnis, das sich hier mit Worten allein leider schwer beschreiben lässt. Die Ausblicke auf den massiven Berg Paine Grande, die schwarz-weißen Spitzen der Cuernos (Hörner) und die tatsächlich an Türme einer Kathedrale erinnernden Torres waren jedenfalls fantastisch. Vor allem hatten wir wieder ziemliches Glück mit dem Wetter: Während der Wanderung bestenfalls Nieselregen (und das eher selten, und dann kurz), starker Regen nur während der Nacht!

Mittlerweile bin ich wieder zurück in Argentinien; ein Bericht über den argentinischen Teil von Südpatagonien folgt (hoffentlich) in Kürze.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.