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Argentinien von Süd bis Nord

Ich weiß, ich bin eher nachlässig geworden mit Postings, aber es gibt hier halt so viel zu sehen und tun. Darum heute nur ein kurzer Bericht über die drei letzten Stationen meiner Reise in Argentinien: Los Glaciares, Ushuaia und Iguazú.

Alles Spitze(n) in Los Glaciars

Im Los Glaciares Nationalpark haben wir zwei Ziele gehabt: Den wirklich riesigen Perito Moreno Gletscher, und die Bergwelt um El Chaltén.

Beim Perito Moreno Gletscher waren wir alle von der Größe beeindruckt. Besonders bei einer Bootsfahrt entlang der Gletscherkante hat man auch sehr gut die vielen blauen Eiszacken gesehen, in die der Gletscher durch die schnelle Vorwärtsbewegung zerbricht. Immer wieder knirscht und grummelt es irgendwo, und es stürzen wieder ein paar Eisbrocken ins Wasser – ein wirklich beeindruckendes Schauspiel, getrübt nur von den hunderten Touristen, die sich auch auf den Aussichtsplattformen befunden haben. An Massentourismus sind wir nach zwei Wochen im tiefsten Patagonien einfach nicht mehr gewöhnt …

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Glaciar Perito Moreno

Wir mussten uns aber auch nicht daran gewöhnen, denn in El Chaltén waren wir dann wieder in "exklusiverer" Gesellschaft wandern – und mit was für Ausblicken! Die (für mich) schönste Wanderung des gesamten Urlaubes hat uns zur Laguna Torre geführt, wobei man die ganze Zeit (immerhin drei Stunden in eine Richtung) den Cerro Torre, eine unglaublich steil in den Himmel ragende Felsnadel, sowie einige (ebenfalls sehr "spitze") Nachbarberge im Blickfeld hat. Wir hatten außerdem noch das unwahrscheinliche Glück, die Berge (fast) ohne Wolken zu sehen, was eher selten der Fall ist – ein Traum!

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Fitz-Roy-Massiv

Am Ende der Welt

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Ushuaia, das "Ende der Welt"

Danach ging es per Flugzeug ans "Ende der Welt", nach Ushuaia (knapp nördlich des 55. Breitengrades Süd). Dort haben wir in nur zwei Tagen so viel erlebt, dass ich hier nicht alles im Detail wiedergeben kann, darum nur eine kurze Aufzählung: Kanu fahren im Tierra del Fuego Nationalpark, eine Wanderung entlang sowie eine Bootsfahrt am Beagle-Kanal, Biber beobachten (mein Gott, sind das vielleicht Riesenviecher!), und schließlich ein Besuch beim Postamt "Fin del Mundo", wo man sich einen echt coolen Stempel für den Reisepass abholen kann. 🙂

Un poco más

Damit wäre eigentlich die von mir gebuchte Tour zu Ende, aber weil ich von Urlaub ja nie genug kriegen kann, habe ich noch drei Tage bei den Wasserfällen von Iguazú angehängt. Diese Verlängerung war zwar teuer, aber durchaus ihr Geld wert:

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Cataratas do Iguaçu

Zuerst hat mich eine Halbtagestour auf die brasilianische Seite der Wasserfälle (die sich ja beim Dreiländereck Argentinien – Brasilien – Paraguay befinden) geführt. Dort hat man einen guten Überblick über die Fälle, den man im Allgemeinen auch von Postkarten kennt. Nachdem aber viele schon so von den Fällen geschwärmt haben, war ich im ersten Moment fast ein wenig enttäuscht. Erst, als man gesehen hat, dass die Wasserfälle einfach kein Ende nehmen, hat sich eine gewisse Begeisterung eingestellt. Der Anblick der "Garganta del Diablo" (Teufelsrachen) lässt einen dann endgültig sprachlos zurück, so gewaltig sind die Wassermassen, die da in die Tiefe stürzen. Der Teufel muss einen ganz schönen Durst haben!

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Garganta del Diablo

Den nächsten Tag habe ich dann auf der argentinischen Seite der Wässerfälle verbracht, wo man näher zu den Fällen hinkommt – und wer da nicht beeindruckt ist, dem ist auch nicht zu helfen! Man hat ja am Vortag bereits von der Ferne gesehen, dass eine Menge Wasser die Garganta del Diablo hinunterschießt, aber wenn man dann auf argentinischer Seite praktisch direkt darüber steht, ist man zwar klitschnass (durch den Sprühnebel), aber das ist einem bei dem Anblick (und natürlich auch den Temperaturen) sowas von egal! Ich hätte dort stundenlang in der Gischt stehen können …

Da hätte ich dann aber zwei weitere Panoramawege versäumt, bei denen man einigen anderen der Dutzenden, wenn nicht Hunderten, Kaskaden näher kommt. Bei einem Wasserfall kommt man auch direkt an dessen Fuß zu stehen, wird natürlich genauso nass wie bei der Garganta del Diablo, ist aber von der riesigen Wasserwand direkt vor einem mindestens genauso beeindruckt.

Zu guter Letzt habe ich dann noch eine Bootsfahrt gemacht, bei der man nicht nur zu den Wasserfällen hin, sondern mehr oder weniger hinein fährt. Man bekommt auf jeden Fall soviel Wasser mit einer solchen Wucht ab, dass man kaum mehr die Augen offen halten kann – ein Riesenspaß! Kurz und gut: ich hatte zwei echt tolle Tage hier in Iguazú.

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